Zähneknirschen im Gemeinderat:

Wohnmobile auf der grünen Wiese

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Die ehemalige Hofstelle an der Kreisstraße zwischen Rott und Dießen darf die „Handler mobile GmbH“ wohl doch zu einer Wohnmobilvermietung mit Automobilhandel und Kfz-Werkstätte umbauen.

Rott – Mehrfach hat sich der Gemeinderat mit der Nutzungsänderung eines einst landwirtschaftlichen Anwesens außerhalb des Ortskerns im östlichen Gemeindegebiet schon befasst, jetzt wieder: Die „Handler mobile GmbH“ will auf der Hofstelle an der Kreisstraße nach Dießen eine Kfz-Karosseriewerkstätte, einen Automobilhandel und eine Wohnmobilvermietung einrichten.

Bisher verweigerte der Gemeinderat dem Vorhaben mit dem Hinweis auf Zersiedelung und fehlende Privilegierung die Zustimmung. Anfang März vertagte man das Thema noch einmal, da auch noch die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Auflagen bezüglich der Eingrünung machte. Diese sind in der Zwischenzeit erfüllt, deshalb befasste sich das Ratsgremium in der jüngsten Zusam- menkunft erneut mit dem Projekt. „Wegen der Privilegierung habe ich mich kundig gemacht. Das Landratsamt sagt, dass sie uns bei einer Ablehnung ersetzen“, erklärte Bürgermeister Quirin Krötz nach mehrfachen Telefonaten und Gesprächen mit den zuständigen Stellen.

Gleichzeitig äußerte er nach wie vor seine Bedenken gegen das Vorhaben. „Der Landesentwicklungsplan sieht ein Anbindungsgebot vor und so etwas wird dann genehmigt“, ärgerte sich der Rathauschef, der noch immer befürchtet, dass mit den bestehenen Gebäuden nicht Schluss sein wird. Werbeanlagen und ein Wohnhaus könnten seiner Ansicht nach folgen, bis das Ganze sich zu einem Gewerbegebiet ausweite. „Das hat nichts mit Familie Handler zu tun, das ist eine grundsätzliche Geschichte,“ stellte Krötz aber klar.

Der Gemeinderat diskutierte das Für und Wieder einer neuerlichen Ablehnung. „Einmal wäre noch frei, ansonsten müssen wir dem Bauwerber die dadurch entstehenden Kosten ersetzen“, meinte Krötz auf die Frage nach eventuellen Forderungen, die auf die Gemeinde zukommen könnten. Nachdem auch die Verwaltung keine Möglichkeit sah, das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, stimmte der Gemeinderat dem Antrag zähneknirschend mit 9:3 zu. „Die Nein-Stimmen finde ich positiv, denn sie zeigen unseren Unmut“, urteilte Krötz, der selbst aber mit Ja gestimmte hatte.

Roland Halmel

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