Im Rotwald bis zu 27 Anlagen

Mehrere Windkraftanlagen im Lechrain nehme immer deutlichere Konturen an.

Auf einer rund 753 Hektar großen Fläche im Rotwald sollen bis zu 27 Windräder gebaut werden dürfen. In der vergangenen Woche beschloss der Gemeinderat, einen „Sachlichen Teilflächennutzungs­plan Windenergie“ aufzustellen. Dieser legt fest, dass Windenergieanlagen in Zukunft nur auf dieser Fläche möglich sein werden

Die ausgewiesene Fläche ist ein Teil des Staatsforstes und liegt südwestlich des Ortsteils Dienhausen. Bis zu 27 Windräder hätten dort Platz. Auf dieses Gebiet hatte sich der Ge­meinderat bereits Ende Juli in einer nichtöffentlichen Sitzung geeinigt. Weiterhin entschieden die Räte, in punkto Windkraft einen eigenen Weg zu gehen und keine gemeinsame Lösung mit den anderen Gemeinden des südlichen Landkreises anzustreben. Die An­- lagen sollen ausschließlich von der Gemeinde selbst sowie von Bürgern betrieben werden, somit könnten beide von den Gewinnen profitieren und nicht fremde Investoren. Ein Ziel des Teilflächennutzungsplans ist es auch, an andere Stelle im Gemeindege­- biet das Aufstellen von Windrädern zu unterbinden. Damit möchte man auch Investoren zuvorkommen: „Wir müssen gewähren, dass private Investoren nicht an anderen Stellen Windkraftanlagen aufgrund der Privilegierung aufstellen“, erläuterte Verwaltungschef Johann Hartmann. Man sei verpflichtet, eine Fläche auszu­weisen – doch dabei wolle die Gemeinde schauen, dass die Leute am wenigsten beeinträchtigt würden, erklärte er. Laut Teilflächennutzungsplan muss von den Windrädern zur Wohnbebauung ein Abstand von mindestens 1000 Metern eingehalten werden. Damit geht die Lechraingemeinde über den vorgeschriebenen Mindestabstand von 800 Metern hinaus. Auf der ausgewiesenen Fläche steht ein Fichtenwald, der ökologisch weniger bedeutend ist. Vögel, die wegen ihrer Flughöhe durch Windräder gefährdet sind, halten sich dort meist nicht auf. Martin Steger hätte sich vorher noch mehr Informationen für die Bürger gewünscht und beantragte daher eine Vertagung – was aber mehrheitlich abgelehnt wurde. Grund: Sie seien im jüngsten Mitteilungsblatt der Gemeinde auf drei Seiten über die Windkraftproblematik informiert worden. Und auch künftig will die Lech­raingemeinde die Bürger an allen weiteren Schritten beteiligen. Reichlich Fläche Nachdem Denklingen jetzt einen eigenen Teilflächennutzungsplan aufstellt, wollten sich die anderen Gemeinden aus dem südlichen Landkreis zu einer Bürgermeisterdienstbesprechung treffen. Viele hatten ursprünglich gehofft, Denklingen für einen gemeinsamen Teilflächennutzungsplan mit ins Boot zu bekom­- men und dann gemeinsame Konzentrationsflächen auszuweisen. Schließlich verfügt die Lechraingemeinde mit reichlich Staatsforst auf ihrer Flur über viel geeignete Flächen für Windkraftvorhaben. Einen gemeinsamen Teilflächennutzungsplan aller Südgemeinden im Landkreis hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung bereits abgelehnt. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass vielleicht noch die eine oder andere Gemeinde in Denklingens „Sachlichen Teilflächennutzungs­- plan Windenergie“ mit aufgenommen würde, wie Verwaltungschef Johann Hartmann auf Anfrage des KREISBOTEN durchblicken ließ. Doch noch eine Südallianz? Landkreis/Fuchstal – Ob es in Sachen Windkraftanlagen noch eine Chance für eine Zusammenarbeit zwischen einzelnen Ge­meinden im süd­- lichen Landkreis Landsberg gibt, ist momentan noch unklar. Da der Denklinger Gemeinderat einer Südallianz mittlerweile eine Absage erteilt hat, ist ein gemeinsamer Teilflächen­- nutzungsplan für den gesamten Süden offensichtlich hinfällig. „Man muss jetzt erst mal sehen, welche anderen Möglichkeiten der Zusammenarbeit es noch gibt“, teilte Andreas Graf von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt Landsberg auf Anfrage des KREISBOTEN mit. Graf nimmt in den Verhandlungen zwischen den Südgemeinden und dem Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München eine unterstützende Beraterfunktion einnimmt. Es müsse nun diskutiert werden, welche Gemeinden bei der Ansiedlung von Windkraftanlagen vielleicht zusammenarbeiten könnten. Es geht dabeim um das Ausweisen gemeinsamer Konzentrationsflächen und damit auch um einen gemeinsamen Teilflächen­- nutzungsplan. Graf: „Man muss erst ausloten, welche Konstellationen da möglich sind.“ Denn das Verhältnis zwischen den potentiellen Flächen und den auszuweisenden Flächen müsse ja passen. „Wir bemühen uns darum, dass es doch noch zu einer Zusammenarbeit zwischen einzelnen Gemeinden kommt“, sagt Graf. Die Entscheidung Denklingens, einen eigenen Teilflächennutzungsplan aufzustellen, müsse man akzeptieren. Dennoch wolle man mit der Lechraingemeinde weitere Gesprä­che führen, räumte Graf ein. Neben Denklingen hätte insbesondere auch Fuchstal noch eine große Waldfläche zur Verfügung, die für Windkraft geeignet wäre – groß genug, um noch andere Gemeinden mit in den Flächennutzungsplan einzubinden. Fuchstal erwägt derzeit, angrenzend an die von Denklingen ausgewiesene Fläche einen knapp 260 Hektar großen Bereich für Windräder auszuweisen. Allerdings müsse der Gemeinderat erst noch darüber entscheiden, räumte Bürgermeister Erwin Karg ein. „Wir sind jedoch offen, mit anderen Gemeinde etwas zusammen zu machen“, ließ er schon mal durchblicken – „denn wir wollen ja keine Verspargelung der Landschaft mit lauter einzelnen Windrädern“. Im Übrigen hatte es die Gemeinde Denklingen nicht aus­geschlossen, vielleicht noch die eine oder andere Gemeinde in ihren Flächennutzungsplan zu integrieren.

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