Ruderclub Schondorf muss zurückrudern

Seinen Bauantrag für das neue Bootshaus hat der Ruderclub Schondorf zu-rückgezogen. Das teilte der Verein vergangene Woche in einer Presseerklärung mit. Als Gründe führt Vorsitzende Claudia Hellmann an, dass anstehende Ausgleichszahlungen zwischen bisher unbebautem und künftig bebau- tem Seegrund in einem hohen fünfstelligen Bereich für den Verein nicht zu stemmen sei. Während die Bootshausgegner um den Schondorfer Kreis diese Entscheidung „sehr begrüßen“, bedauert der Ruderclub den Entschluss. Die Vereinsoberen kündigen bereits an: „Wir entwickeln neue Ideen und werden eventuell wieder auf die Gemeinde zukommen.“

Wie im KREISBOTEN berichtet, hatte der Schondorfer Kreis gegen den bereits genehmigten Bau eines Bootshauses am Seeufer gekämpft. Als Argument führte er unter anderem ein verbrieftes Bauverbot am gesamten Uferbereich an. „Daher begrüßen wir die Rücknahme des Bauantrages sehr und sind überglücklich“, so Dorothee Mayer-Tasch vom Schondorfer Kreis. Ihrer Ansicht nach sei damit dem Willen der Schondorfer Bevölkerung Rechnung getragen worden. Von Interesse ist für Mayer-Tasch jetzt vor allem, aus welchen Gründen der Antrag vom Ruderclub zurückgezogen wurde. „Viele Schondorfer wüssten gerne, ob etwa die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, die bekannt dafür ist, bei Baumaßnahmen im Seebereich sehr empfindlich zu reagieren, tatsächlich einem neuen Bootshaus zugestimmt hätte.“ Dort aber hält man sich ob der neuen Nachricht wegen bedeckt. „Offiziell haben wir von der Antragsrücknahme noch nichts gehört. Sollte es jedoch so sein, so nehmen wir das so zur Kenntnis“, erklärte Pressesprecher Jan Potthast auf Anfrage. Die Frage nach einer möglichen Befürwortung sei für Mayer-Tasch insofern von Bedeutung, da „Bürgermeister Peter Wittmaack im Vorfeld im Gemeinderat behauptet hatte, dass sowohl das Landratsamt Landsberg als auch die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung mit der Baumaßnahme einverstanden waren“. Zu den Vorwürfen selbst wollte sich Wittmaack nicht äußern. Auch will er einer Stellungnahme des Ruderclubs nicht vorgreifen. Dieser wollte erst den Gemeinderat von seiner Entscheidung unterrichten und danach in einer Stellungnahme die Öffentlichkeit informieren. In dem Papier ist nun zu lesen, dass der Verein seinen Antrag zurückgenommen hat, ohne eine Entscheidung der Genehmigungsbehörde abzuwarten. Motiviert worden sei man durch ein Gespräch mit dem Präsidenten der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, an dem auch Bürgermeister Wittmaack teilgenommen hat. Hier wurde auf die Folgen der durch die in der Öffentlichkeit sehr heftig geführte Debatte hingewiesen: „Uns wurde bedeutet, dass die Schlösser- und Seenverwaltung unserem gesunden und umweltfreundlichen Sport sehr positiv gegenübersteht und sich einer Genehmigung zum Bau einer Bootshütte in der Seeanlage nicht entgegengestellt hätte. Aufgrund der Tatsache, dass die Gegner unseres Vorhabens unsere Sache beim Finanzministerium, an höchster Stelle also, angezeigt haben, sehe sich die Schlösser- und Seenverwaltung nunmehr leider gezwungen, einen finanziellen Ausgleich zwischen bisher unbebautem und später bebautem Seegrund zu verlangen“, heißt es in dem Schreiben. Zwar ist kein Betrag genannt, jedoch soll er sich laut Hellmann in einem hohen fünfstelligen Bereich bewegen. „Derartige Zahlungen kann der Ruderverein nicht stemmen, obwohl die Mitglieder sich schon bereit erklärt hatten, durch Bürgschaften den Bau der Bootshütte zu ermöglichen“, so Hellmann in dem Schreiben. Ungeachtet dessen sei es dem Verein gelungen, den bisherigen befristeten Pachtvertrag für ein weiteres Jahr zu verlängern. „Sonst hätten wir mit Ablauf dieses Jahres unseren Ruderverein ,abwickeln’ müssen. Der Ruderclub ist weiter daran interessiert, seine Zukunft in Schon- dorf langfristig abzusichern. Wir entwickeln neue Ideen und werden eventuell wieder auf die Gemeinde zukommen“, betonte Hellmann.

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