Rudern fordert und fördert

So soll’s sein beim Rudern: trockenen Fußes vom Schwimmsteg ins Boot…

Wie wichtig das Bootshaus samt Schwimmsteg für die Schüler des Ammersee-Gymnasiums ist, haben Schulleiter Klaus Rechen­- berger und Stellvertreter Georg Büttner dargestellt. Vor allem wollte man mit dem Vorurteil aufräumen, dass es sich bei dem Vorhaben um ein "Exklusivprojekt für nur einige wenige Schüler" handele.

Deutliche Worte sind in jüngster Zeit von allen Seiten her gesprochen worden (der KREISBOTE berichtete). Die ASG- Leitung verschaffte sich nun in einem eigenen Pressegespräch Gehör. Unbedingt möchte man den Gedanken, die Schule an den See anzubinden, weiterverfolgen – und neben Biologie und Kunst den Schwerpunkt vor allem auf das Rudern setzen. Im Wahlfach Rudern wird seit drei Jahren vorgemacht, wie es künftig für eine gesamte Klassenstufe funktionieren könnte. Die ersten Boote – ein Achter, zwei Vierer, zwei Zweier und einige Rennzweier – sind im Einsatz, und schon mit sportlichen Erfolgen gekrönt. So bald wie möglich sollen alle Sechstklässler – also 120 Buben und Mädchen pro Jahrgang – verpflichtend neben zwei Regelsportstunden zwei Stunden wöchentlich an den Rudern sitzen. Schon jetzt ist in der Fünften das Schwimmen Pflicht. Ab der 7. Klasse können die Schüler dann freiwillig weiterrudern, und selbst für Ehemalige soll die Möglichkeit offen bleiben – nicht nur, aber auch durch die Kooperation mit dem SC Riederau. Der zentrale Gedanke sei, dass Kinder den Sport im Team erlernen, so Büttner, selbst Sportlehrer. „Rudern ist wichtig, weil es Konzentration und Koordination fordert und fördert.“ Der physische Aspekt sei dabei ebenso wichtig wie die Schulung von Teamgeist, Leistungs­- be­reit­schaft und Durchhaltevermögen. Konkret ist im Bebauungsplan ein Baufenster von 600 Quadratmetern vorgesehen. Das Bootshaus selbst wird deutlich kleiner als vorgesehen. Um jedoch mehrere 18 Meter lange Achter sowie Toiletten und Umkleiden unterbringen zu können, muss die Hütte mindestens eine Fläche von 10x25 Metern aufweisen. Verabschiedet hat man sich von dem zusätzlichen Raum für die Fachschaften Biologie und Kunst. Ohne einen Schwimmsteg mit etwas mehr als 40 Metern Länge geht es allerdings nicht – dafür ist nach Ausführung Büttners die Rudersaison zu kurz. Man hofft nun auf rasche Einigung oder einen fußläufig erreichbaren Alternativstandort. Rechenberger: „Es wäre schade, wenn die Ideen und Konzepte durch Differenzen auf kommunalpolitischer Ebene bezüglich der Neugestaltung des Seegrundstücks nicht verwirklicht werden könnten.“ Hintergrund Die Planungen des Landkreises Landsberg, die Beziehung zum Wasser für die „Schule am See“ auch praktisch umzusetzen, werden derzeit durchkreuzt. Die Gemeinde Dießen ist dabei, für das See-Areal inklusive Campingplatz St. Alban einen Bebauungsplan aufzustellen – unabhängig von den Wünschen des Ammersee-Gymnasiums. In diesem Zuge fühlt sich die Segelgemeinschaft Augsburg ausgebootet und kämpft nun – mit der Fuggerstadt als Goliath im Rücken – um ein größeres Vereinsgelände. Ohne Erbbaurecht der Stadt Augsburg lässt sich jedoch das Bootshaus nur an anderer Stelle errichten – der Markt Dießen fühlt sich erpresst.

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