Zum Leonhardi-Jubiläum gab‘s viel Sonne

+
Über traumhafte äußere Bedingungen durften sich alle Beteiligten der Jubiläums-Leonhardi-Fahrt in Kaufering freuen.

Kaufering – Gelungener kann ein Doppel-Jubiläum kaum ausfallen: Eine Vielzahl an Reitern und festlich geschmückten Wagen zog am Sonntag bei der traditionellen Leonhardi-Fahrt durch Kaufering. Bei strahlendem Sonnenschein und fast spätsommerlichen Temperaturen sahen rund 3500 Besucher ein prächtiges Spektakel, das sich durch das Altdorf hinaus zur Leonhardi-Kapelle bewegte. Deren 300-jähriges Bestehen fiel zusammen mit dem 40-jährigen Jubiläum der Leonhardifahrt seit ihrer Wiederaufnahme.

Mit ihren kunstvoll gestalteten Truhenwagen und den gewaltigen Kaltblutpferden sorgten die vielen teilnehmenden Vereine für einen Blickfang nach dem anderen. Entzückte Kommentare der Zuschauer ernteten nicht zuletzt die kleinsten Teilnehmer der Parade: Shetlandponys und Kleinpferde sowie ein Esel mit rosa Rosen in der Mähne.

Viel Sonne beim Leonhardi-Jubiläum

Sie alle empfingen vor der Leonhardi-Kapelle den kirchlichen Segen von Prälat Bertram Meier, Bischofsvikar und Festprediger des vormittäglichen Gottesdienstes. Die kleine Kapelle in der Lechau gilt als ausgesprochenes Kleinod unter den Sakralbauten der Region, doch so viel Andrang wie an diesem Sonntag verzeichnet sie wohl selten. Zuschauer hinter Absperrungen, Musikkapellen und sogar Fernseh-Teams verfolgten, wie die Reiter und Gespanne an der Kirche vorüberzogen und zum ersten Mal auch namentlich vorgestellt wurden. In einigem Abstand ließen sich derweil schon die ersten Besucher zum gemütlichen Teil an Biergartentischen nieder.

Die Leonhardikapelle wurde 1715 errichtet und war bereits früh Wallfahrtsziel und Schauplatz von Pferdesegnungen. Ab 1946 fanden Leonhardiritte in der heute bekannten Form statt, wurden jedoch Ende der 1950er Jahre eingestellt, da es kaum noch Pferde auf den Bauernhöfen gab. Danach war das Kirchlein mehr oder weniger dem Verfall anheimgegeben, bis 1974 der damalige Pfarrer Rudolf Sinz die Renovierung in Angriff nahm. Als Mitstreiter gewann er den Geschäftsführer der Firma Hilti, Heinz-Otto Mattes, und dessen Frau. Mit Hilfe verschiedener Spendenaktionen und unzähliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden engagierter Kauferinger Bürger wurde die Kapelle wieder hergerichtet und war am 6. November 1975 erstmals wieder Ziel einer Leonhardifahrt.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare