"Traut euch!"

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Handfeste Einblicke in die jeweiligen Berufsbilder gab es auf der Ausbildungsmesse Landsberg.

Kaufering – Der Ansturm auf die Ausbildungsmesse Landsberg ist ungebrochen. Wie bereits in den vergangenen Jahren strömten laut Veranstalter rund 5500 Besucher am Donnerstag Abend und Freitag Vormittag auf das Sportgelände Kaufering, wo in zwei Hallen und einem Zelt 114 Aussteller über Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege informierten. Un- ter den Besuchern waren auch zahlreiche junge Asylbewerber.

Rund 350 Flüchtlinge nahmen laut Jonas Pioch vom Organisationsteam das Angebot wahr, gemeinsam mit ihren Begleitern bereits eine Stunde vor dem eigentlichen Start auf die Messe zu kommen, um sich in Ruhe zu informieren. „Es freut uns sehr, dass diese Möglichkeit so gut angenommen wurde“, so Pioch. Am ersten Abend war die Messe, wie gewohnt, für die Allgemeinheit geöffnet. Viele Jugendliche und ihre Eltern kamen, um mit potentiellen Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen – und um ein wenig den Bands zuzuhören, die dem Ganzen einen Hauch von Festival-Atmosphäre verliehen. 

Der zweite Tag gehörte den weiterführenden Schulen im Landkreis. Messe-Initiator Markus Wasserle legt viel Wert darauf, dass die Messe für alle Schularten interessant ist und freute sich deshalb unter anderem über einen Info-Stand der Universität Augsburg. Angesichts des Besucherandrangs musste am Donnerstag sogar das Parkgelände kurzfristig um eine Wiese erweitert werden. „Zeitweise hat uns die Polizei geholfen, den Verkehr zu regeln“, berichtet Jonas Pioch. Unter den Ausstellern ließen es vor allem die Handwerksbetriebe nicht bei reinen Info-Ständen bewenden, sondern gaben einen handfesten Einblick in ihr jeweiliges Berufsbild. 

Hinter einer gläsernen Schutzwand zerlegten Metzger Fleisch, auf einer Bühne wurde live frisiert, Besucher durften hobeln, hämmern und Ziegelsteine zu Mäuerchen auftürmen. Die offizielle Eröffnung übernahm der ehemalige Staatsminister Erwin Huber in Vertretung von Schirmherrin Ilse Aigner. Huber ermunterte vor allem die weiblichen Besucher, sich nicht nur im sozialen oder kreativen Bereich umzuschauen. „Traut euch, einen technisch-gewerblichen Beruf zu ergreifen, ihr werdet dringend gebraucht.“ Die Zimmerer-Innung konnte immerhin mit einer weiblichen Auszubildenden aufwarten, der Huber beim anschließenden Messerundgang die Hand schüttelte. 

Messepate und heimlicher Stargast der Veranstaltung war Florian Simbeck, Schauspieler, Comedian und Kommunalpolitiker in seiner Wahlheimat Pfaffenhofen an der Ilm. Er wid- mete sich in einem Grußwort an die Ehrengäste dem Messe-Motto „Respekt“ – und dem Unterschied zur Toleranz. Beides werde in letzter Zeit häufig verwechselt. „Toleranz wird von oben herab gewährt. Respekt bedeutet, ich begegne jemandem auf Augenhöhe.“

Ulrike Osman

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