Salemovic setzt klare Akzente

Muriz Salemovic (rechts) war an allen drei Toren des TSV Landsberg gegen Ottobeuren beteiligt, aber auch gegen Dachau spielte er überragend. Foto: Krivec

Wenn der TSV Landsberg die Fußballschuhe schnürt, ist zurzeit regelmäßig Spektakel angesagt. In der vergangenen Woche auch noch sehr erfolgreich: Dem 4:2 (2:0) gegen Dachau vom Mittwoch ließ man beim 3:2 (0:0) in Ottobeuren den ersten Auswärtssieg folgen. Der Lohn ist der vorläufige Platz vier in der Tabelle der Landesliga Südwest.

In Ottobeuren vertraute Spielertrainer Sven Kresin exakt der Elf, die gegen Dachau erfolgreich war – Obermayer, Buschel, Krötz und Spreitzer fanden sich somit erneut zunächst nur auf der Bank wieder. Und wie schon im Spiel zuvor sah man sich einem Gegner gegenüber, der spielerisch nur selten die Mittel hatte, den TSV in Gefahr zu bringen, lediglich der hünenhafte Michael Aurbacher sorgte immer wieder einmal für Wirbel, „aber Bastian Klein hat einen guten Job gemacht und ihn ständig beschäftigt“, so Kresin nach der Partie. Von Beginn an übten die Gäste großen Druck auf die Aufbauspieler der Ottobeurer aus, die dann auch wiederholt in spielerische Probleme gerieten. Fülla, Klein und Engel hatten bereits vor der Pause gute Gelegenheiten, so richtig rund ging es dann aber in Halbzeit zwei, als der TSV binnen sieben Minuten sehr zur Verwunderung der Gastgeber zwei identische Tore erzielte: Salemovic führte einen 40-Meter-Freistoß von der rechten Seite aus, zentral vor dem Tor hielt Kresin seinen Kopf hin und traf zweimal (46./53.). Dumm nur, dass dazwischen völlig überraschend auch die Ottobeurer jubeln durften. Zwei Landsberger Abwehrspieler konnten eine Maßflanke von rechts nicht verhindern, Aurbacher schraubte sich in der Mitte unbedrängt hoch und überwand mit seinem Kopfball auch Heiland (51.). Nach der erneuten Landsberger Führung wurde es hektisch: Nachdem TSV-Verteidiger Sanktjohanser verletzt behandelt wurde, gaben die Gastgeber den Ball nach dem folgenden Einwurf nicht etwa fair zurück, sondern zogen aufs Tor; Urlbauer scheiterte mit einem Schüsschen an Heiland. Die Unsportlichkeit erregte allerdings einige Landsberger erheblich, darunter auch Spielertrainer Kresin, der mit Urlbauer heftig aneinandergeriet. Der ging zu Boden, der Schiedsrichter gab Gelb und Elfmeter für Ottobeuren. Kresin: „Ich schwöre, dass ich ihn nicht umgestoßen habe. Bei mir könnte ein so unsportlicher Spieler seine Sachen packen. Aber ich muss mich in der Situation trotzdem besser im Griff haben.“ Der Schiedsrichter verteidigte seine Entscheidung nach der Partie gegenüber den Ottobeurern, die gar eine Tätlichkeit gesehen haben wollten: „War es nicht, angelangt hat er ihn aber, deswegen gibt's dann halt Elfmeter.“ Damit des Dramas noch nicht genug: Urlbauer selbst verschoss zwar den Elfmeter an die Füße von Heiland, der kurz darauf nach einem Freistoß den Ball nicht mehr aus der Gefahrenzone brachte. Im dritten Versuch erzielte Merk den erneuten Ausgleich für die Allgäuer (62.). Kresin („ich war gelb-rot-gefährdet“) wechselte sich daraufhin selbst aus, ließ Klein als alleinigen „Sechser“ spielen und brachte Spreitzer für mehr Offensive. Den entscheidenden Treffer setzte allerdings ein anderer: Der ebenfalls eingewechselte Buschel fand mit seinem Einwurf Salemovic, der sich hinter der Abwehr davongeschlichen hatte, an der Torauslinie in den Strafraum zog und auf Fülla zurücklegte, der den Ball aus elf Metern zum Siegtreffer verwandelte. Wieder war damit Salemovic an allen drei Toren beteiligt – gegen Dachau allerdings hatte er sogar noch auffälliger gespielt. 1:0: Salemovic legt zunächst für Engel, dann für Nuscheler auf. 2:0: Salemovic spielt insgesamt sechs Gegenspieler aus und setzt den Ball links oben in den Winkel. 4:2: Salemovic lässt in der Nachspielzeit den Torwart im Konter noch einmal richtig alt aussehen. Sein Trainer weiß durchaus, was er an dem 23-Jährigen hat. „In dieser Klasse ist er im Moment überragend, zumal mit der Physis, der in heuer auch hat. Für die Akzente, der er vorne setzt, laufen wir auch gerne hinten für ihn ein paar Meter mehr.“ Am nächsten Spieltag hätte Kresin dennoch gern etwas weniger Aufregung. „Wegen mir dürfte es durchaus mal etwas ruhiger und entspannter zugehen. Wir haben uns wieder zweimal selbst durch Fehler in völlig unnötige Schwierigkeiten gebracht. Nach den englischen Wochen gilt es jetzt durchzuatmen und einen richtigen Lauf zu starten.“ Gegen Illertissen (Samstag, 15 Uhr im Hacker-Sportpark) dürfte es auch darum gehen, über die gesamte Spielzeit die Bälle konzentrierter aus der Abwehr zu spielen als zuletzt in einigen Phasen. Eventuell kann Kresin bis dahin ja schon auf wichtige neue Erkenntnisse zurückgreifen: In dieser Woche geht er zur Fortbildung bei Ex-Bundesliga-Coach Ralf Rangnick zu Red Bull Salzburg.

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