Umfassende Starthilfe

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Gemeinsam für Existenzgründer: Rainer Mahl und Andreas Graf (Wirtschaftsförderung des Landkreises), Harald Hof (IHK), Alexandra Ledermann und Hartmut Drexl (Handwerkskammer) sowie Herbert Klein (IHK) (von links).

Landsberg – Wer sich beruflich selbstständig machen möchte, sollte sich den kommenden Samstag im Kalender anstreichen. An diesem Tag findet im Landratsamt die Gründermesse „Existenz 2016“ statt. Von 9.30 Uhr bis 16 Uhr kann man sich an Informationsständen mit Spezialisten über verschiedene Aspekte der Unternehmensgründung austauschen sowie aus Impulsvorträgen Anregungen mitnehmen.

Veranstaltet wird die in zweijährigem Turnus stattfindende Messe von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer für München und Oberbayern zusammen mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Landsberg. Neben diesen Akteuren sind unter den Ausstellern Versicherer und Banken sowie verschiedene Wirtschaftsverbände. Vorträge gibt es unter anderem zu den Themen Suchmaschinenoptimierung, Business- und Liquiditätsplanung, Gründungsformalitäten und Rechtsformen von Unternehmen. Neu ist heuer eine moderierte Diskussionsrunde mit zwei erfolgreichen Gründern, die über ihre Erfahrungen berichten.

Angesichts des stabilen Arbeitsmarktes wagen derzeit weniger Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit als noch vor wenigen Jahren. Seit dem Höhepunkt des Gründerbooms im Jahr 2010 habe sich das Geschehen abgekühlt, berichtete Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau, im Rahmen eines Pressegesprächs. Fanden im Landkreis Landsberg in den Jahren 2009/10 rund 1.300 Neugründungen statt, so waren es in den ersten drei Quartalen 2015 lediglich 755, was einem Rückgang von fünf Prozent entspricht.

Dass eine nachhaltige Unternehmensplanung nicht nur den Start im Fokus haben darf, machte Klein ebenfalls deutlich. Denn in eine schwierige Phase gerate manches junge Unternehmen, „wenn nach drei bis sechs Jahren der Welpenschutz wegfällt“. Sprich, wenn die ersten günstigen Finanzierungen und Förderungen auslaufen. Deshalb müssen Gründer auch eine mittel- und langfristige Überlebensstrategie haben.

Ein Aspekt, der beim Sprung in die Selbstständigkeit gern vernachlässigt wird, ist laut Handwerkskammer-Vertreter Hartmut Drexl die Altersvorsorge. Angesichts der schlechten Zinsen am Kapitalmarkt könne sich aber niemand leisten, das Thema auf ein unbestimmtes „Später“ zu verschieben.

Nicht jeder, der sich selbstständig machen will, muss den Betrieb selbst gründen. Viele Unternehmen stehen zur Übergabe bereit, ohne dass ein geeigneter Nachfolger in Sicht wäre. Mit Hilfe einer Online-Betriebsbörse versucht die Handwerkskammer, hier Abhilfe zu schaffen. Allerdings müsse das Unternehmen übergabefähig sein, so Drexl. „Wer in den letzten Jahren nichts mehr investiert und womöglich auch noch Schulden hat, wird feststellen, dass er seinen Betrieb nicht verkauft bekommt.“

uos

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