Teurer als geplant

+
Der Bahnhof in Dießen braucht eine neue Bodenplatte, die durch eine Pfahlgründung parallel zu den Gleisen abgestützt werden soll. Die Ausschreibung läuft bereits.

Dießen – Die Sanierung des Bahnhofes durch die Marktgemeinde wird um weitere 30000 Euro teuerer als ursprünglich geplant. Der Grund sind Gründungsarbeiten zur Stabilisierung der neuen Bodenplatte, deren Notwendigkeit Architekt Matthias Krapf in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte.

Im Bereich der Sommerwartehalle hat sich, wie für jeden Besucher des Bahnhofs unschwer zu erkennen ist, der Boden abgesenkt, der beim Bau des Bahnhofs vor mehr als 100 Jahren unmittelbar auf das Erdreich aufgelegt worden war. Grabungen ergaben nun, dass auch die Punktfundamente der Stützen auf denen das Holzpultdach im östlichen Bereich aufliegt, nicht als Auflage für die geplante neue Bodenplatte geeignet sind.

Deshalb soll parallel zu den Gleisen – allerdings in gebührendem Abstand, da Bahnsteig und Gleise nicht der Gemeinde gehören – eine Reihe von neuen Pfählen eingebracht werden, auf denen die Platte aufgelegt werden kann, denn erst in rund sieben bis acht Metern Tiefe, so der Architekt, sei in Seenähe tragfähiger Boden vorhanden. Um die für die Pfahlgründung vorgesehen Arbeitsschritte auszuführen muss das Pultdach im östlichen Bereich der Sommerhalle abgetragen werden. Beim Wiederaufbau des Daches soll zugleich eine Aufdachdämmung vorgenommen werden, denn die handbehauenen Deckenbretter sollen, so der Wunsch des Denkmalamtes, erhalten bleiben und weiterhin sichtbar sein.

Als weitere Auflagepunkte für die neue Bodenplatte können laut dem Architekten das Fundament im Westen und die bereits vorhandenen Stützpfeiler in der Mitte der Sommerhalle genutzt werden. Der Wermutstropfen: Durch die notwendig gewordene Ausschreibung der Gründungsarbeiten wird sich der Bauablauf etwas verzögern. Die Post kann nicht wie vorgesehen bereits in diesen Tagen in das alte Stellwerk im nordöstlichen Bereich des Bahnhofs umziehen. Stattdessen wird das Weihnachtsgeschäft noch in der ehemaligen Schalterhalle abwickelt, die sich so bald wie möglich in einen ansehnlichen Veranstaltungssaal verwandeln soll.

Die ehemalige Sommerwartehalle, mit deren Umbau erst nach Beendigung der Ausschreibung im neuen Jahr begonnen werden kann, soll in weiten Teilen verglast werden. Im südwestlichen Gebäudebereich soll dann die Post neue Räumlichkeiten erhalten. An der Ostseite, unter dem dann wärmegedämmten Pultdach wird, den Gleisen zugewandt, die Touristinfo einziehen.

Für diesen ersten Bauabschnitt sind annähernd 500000 Euro veranschlagt. Im zweiten Bauabschnitt soll das alte Stellwerk für einen Kiosk mit Cafébetrieb hergerichtet werden. Mit dem Nachtrag bewegen sich die voraussichtlichen Gesamtkosten bei 800000 Euro.

Ursula Nagl

Meistgelesene Artikel

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare