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Jahrelang beschäftigte sich der Stadtrat mit der Landsberger Mittelschule. Nun ist eine Entscheidung getroffen: Neubau und Sanierung der Mittelschule im Westen (Foto) werden insgesamt schätzungsweise 13,3 Millionen Euro verschlingen.

Landsberg – Der Landsberger Stadtrat hat hinter eines der dominierenden Themen der letzten Jahre einen Haken gesetzt: Mit 20:10 Stimmen entschied er sich jetzt für Sa- nierung und Neubau der Mittelschule im Westen; dabei kam ein Modell zum Zug, das sich am Siegerentwurf aus dem Architekten-Wettbewerb orientiert. Die Kosten werden auf 13,3 Millionen geschätzt. Baubeginn soll 2016 sein, bis Mitte 2018 könnte die Schule fertig sein.

Das bedeutet gut drei Millionen Euro mehr im Vergleich zum unterlegenen Entwurf, bei dem die Aula im Zentrum der Schule und lediglich saniert und umgebaut worden wäre. Diese „Variante 6“ hatte in der Sitzung zuvor noch die Mehrheit der Räte favorisiert; in Vorgesprächen zwischen den Fraktionen hatte sich das Blatt dann aber gewendet. Die SPD stehe schon deshalb hinter dem Neubau einer größeren Aula und Mensa, weil sich die Anforderungen in den vergangenen Jahren sehr verändert hätten, meinte Margit Däubler. 

„Wir müssen den Schülern dafür auch die geeigneten Räume anbieten.“ Dr. Reinhard Steuer (UBV) verwies dagegen darauf, dass man mit diesem Beschluss den ersten Schritt mache, ohne den zweiten – die Zukunft der Schlossbergschule – zu bedenken. „Ich weiß schon, dass das hier nicht verstanden werden will, aber ich werde nicht aufhören, es zu benennen.“ Angesichts von je 35 Millionen Euro Schulden bei Stadt und Stadtwerken sollten die zusätzlichen drei Millionen für „Variante 5.3.1“ lieber eingespart und an anderer Stelle verwendet werden, forderte Steuers Fraktionskollege Wolfgang Neumeier. Er fing sich damit harsche Kritik von Axel Flörke (LLM) ein. „Dieser Vortrag zeigt, dass die UBV von Schulfunktionalität keine Ahnung hat. Die Aula in Variante 6 ist eine Zumutung.“ 

Auch Stefan Meiser (ÖDP) stimmte jetzt für die teurere Variante. „Wir waren gegen eine große Schule mit 550 Schülern. Jetzt müssen wir wenigstens so großzügig bauen, dass die Effekte, die wir befürchtet hatten, nicht eintreten.“ Letztlich wären die beiden Stadträte, die sich für die Abstimmung krank in die Sitzung geschleppt hatten, gar nicht nötig gewesen: Gegen die Stimmen von UBV und Grünen (bis auf Jost Handtrack, der auch namentliche Abstimmung beantragt hatte) wurde das größere Modell mit klarer Mehrheit angenommen. OB Mathias Neuner rief „auch diejenigen, die jetzt dagegen gestimmt haben“, zur Zusam- menarbeit auf. Von Einigkeit scheint man aber weit entfernt. Im Anschluss scheiterte Dr. Steuer mit einem Antrag, eine Projektsteuerungsgruppe einzusetzen, die die Kosten überwachen sollte. Ergebnis: 14:14.

Christoph Kruse

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