Gefährlicher Rückstau

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Die Max-Friesenegger-Straße muss dringend saniert werden. Die Anwohner stören sich jedoch daran, dass die Straße dann auch schmäler werden soll.

Landsberg – Die Anwohner der Max-Friesenegger-Straße haben sich an den Landsberger Stadtrat gewandt und um erneute Beratung der Straßensanierung im Bauausschuss gebeten. Ihr Wunsch: Die Straße soll nicht schmäler werden als bisher. Ausgehend von Verkehrsbelastungen bei Sportveranstaltungen befürchten sie „gefährliche Rückstaus“ und letztlich einen „aus sozialen Gründen nicht hinnehmbaren“ Wegfall von Parkplätzen.

In einem von Evi und Hubert Dobner unterzeichneten Brief, der dem KREISBOTEN vorliegt, teilen die Anlieger mit, auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) habe Einwände gegen die Reduzierung. „Wir bitten Sie, für einen Erhalt der bisherigen Breite von bis zu 6,70 Meter einzutreten“, schreiben die Antragsteller. Die Max-Friesenegger-Straße sei die wesentliche Verkehrsführung zum Parkplatz des Sportzentrums. Bei allen größeren Veranstaltungen sei ein hohes Verkehrsaufkommen zu be­obachten. Speziell am Ende von Veranstaltungen stauten sich die Autos in der Max-Friesenegger-Straße vom Parkplatz bis zur Katharinenstraße, um in die Katharinenstraße einbiegen zu können. Wenn dann beim Roten Kreuz ein Notruf eingehe, komme der Krankenwagen bei der jetzigen Breite in beiden Richtungen „knapp aber dennoch gut an den stehenden Fahrzeugen vorbei“, auch wenn auf der Nordseite der Straße in den bisher erlaubten Bereichen Fahrzeuge von Anwohnern oder Besuchern abgestellt seien.

Werde die Straßenbreite wie vom Bauausschuss des Stadtrats beschlossen auf sechs Meter verringert, sei dies alles nicht mehr möglich: Drei Fahrzeuge passten dann nicht mehr nebeneinander, zumal die Krankenwagen erheblich breiter als PKW seien. Auch ohne Krankenwagen im Einsatz gebe es große Probleme: Von der Katharinenstraße einbiegende Fahrzeuge kämen wegen des stehenden Gegenverkehrs nicht weiter, da rechts Autos geparkt seien. Bögen mehrere Autos ein, komme es zu einem gefährlichen Rückstau in die Katharinenstraße. So etwas komme ein paar Mal vor und dann müsse man Konsequenzen ziehen, das heißt man löse „sein dem Roten Kreuz in Anwesenheit eines Polizeivertreters gegebenes Versprechen ein, auf der Nordseite der Max-Friesenegger-Straße ein Parkverbot zu erlassen, um weitere Behinderungen der ausrückenden Einsatzfahrzeuge zu vermeiden“.

Das klinge ganz einfach und logisch, sei aber in der Max-Friesenegger-Straße aus sozialen Gründen nicht hinnehmbar. Die sogenannten „Dr. Tausend Wohnblöcke“ am Anfang der Max-Friesenegger-Straße aus den 60er Jahren verfügten bei 48 Wohnungen nur über zehn Garagen und 18 Abstellplätze. Dazu gehöre der Wohnblock in der Nikolaus-Mangold-Straße mit 24 Wohneinheiten und acht Garagen sowie acht Abstellplätzen. Die Anwohner seien daher auf Parkplätze auf der Straße angewiesen. Die früheren Mietwohnungen seien vor einigen Jahren in Eigentumswohnungen umgewandelt worden.

Manche älteren Bewohner hätten buchstäblich den letzten Cent für den Kauf ihrer Wohnung zusammenkratzen müssen, um im Alter nicht aus der seit Jahrzehnten bewohnten Wohnung und ihrer Umgebung ausziehen zu müssen. Diesen Menschen jetzt im Alter, wo sie mehr denn je auf ihr Auto angewiesen sind, die Parkplätze wegzunehmen, sei eine soziale Härte, die nicht vertretbar sei. Abschließend schreiben die Anwohner, deren Schreiben von vielen Nachbarn unterstützt wird: Der Satz, die Stadt sei nicht dafür zuständig, den Bürgern Parkplätze zur Verfügung zu stellen, hielten sie angesichts dieser Sachverhalte für eine unsoziale und bürgerfeindliche Aussage.

Werner Lauff

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