Bloß kein Stillstand

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Wilhelm Lehmann (rechts) stellt sich für die CSU in Geltendorf zur Wiederwahl und bekommt mit Christian Scheifele (links) Konkurrenz aus den eigenen Reihen.

Geltendorf – Rathauschef Wilhelm Lehmann bekommt Konkurrenz aus der eigenen Partei: CSU-Ortsvorsitzender und Gemeinderat Christian Scheifele möchte bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr als Bürgermeister kandidieren. Am 28. Juni entscheidet der Ortsverband darüber, wen er ins Rennen schickt.

Er habe sich den Schritt gründlich überlegt, so der 35-jährige Herausforderer Scheifele zum KREISBOTEN. In seinem Beruf als Versicherungsfachwirt sitze er zwar fest im Sattel, aber das Bürgermeisteramt sei eine schöne Aufgabe, die ihn reizen würde. „Und so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Stillstand ist auf Dauer nicht gut.“ Was er dem Amtsinhaber im einzelnen vorwirft, möchte Scheifele nicht konkretisieren. „Das wäre unfair, ich mache keinen Wahlkampf gegen ihn.“ 

Er habe sich mit Lehmann geeinigt, bis zur Nominierung respektvoll miteinander umzugehen. „Wir sind schließlich erwachsene Menschen.“ Im Gemeinderat übt er allerdings häufig Kritik am Amtsinhaber und der Verwaltung. Seine Absicht zu kandidieren bekundete der Vater einer knapp dreijährigen Tochter bei der jüngsten CSU-Ortsvorstandssitzung und per Brief an die Mitglieder. 

Lehmann nimmt die Herausforderung aus den eigenen Reihen gelassen hin. Scheifele habe sich offenbar schon länger mit dem Gedanken getragen, „so neu war das für mich nicht“. Er hätte allerdings erwartet, dass der Mitbewerber zunächst ein persönliches Gespräch suchen würde. „Und ein Gegenkandidat gegen den Bürgermeister, der seinerzeit die Kartoffeln aus dem Feuer geholt hat – das hat schon einen gewissen Geschmack“, so Lehmann in Anspielung darauf, dass er bei der Wahl 2002 den damaligen SPD-Bürgermeister Peter Bergmoser aus dem Sattel gehoben hatte.

Dass Scheifele viel Rückhalt im Ortsverband hat, glaubt Lehmann nicht. „Bei der Vorstandssitzung gab es viele betretene Gesichter und viele, die angestrengt in den Tisch hineingeschaut haben.“ Lehmann selbst hatte schon im März bekundet, eine weitere Amtszeit anzustreben. Scheifele spricht dagegen von einer sehr guten Resonanz aus dem Ortsverband. Der Vorstand der Jungen Union (JU) Geltendorf stehe zu 100 Prozent hinter ihm. „Es kann so oder so ausgehen.“

Ob er im Falle, dass die CSU ihn nicht nominiert, als Unabhängiger antritt, will er vorläufig offen lassen, scheint aber eher abgeneigt. „In dem Fall müsste ich eine neue Gruppierung aufmachen. Aber dann würde ich der Geltendorfer CSU schaden, und das will ich am allerwenigsten.“

Ulrike Osman

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