Die Schiffe fahren wieder

Schiff ahoi! Der Starnberger Landrat Paul Roth (von links), der stellvertretende Landsberger Landrat Peter Ditsch, Landtagsabgeordneter Thomas Goppel, Johann Hensel und Finanzminister Fahrenschon bei der ersten offiziellen Fahrt mit dem neuen Dienstboot. Foto: Nagl

Die Schifffahrt auf dem Ammersee ist wieder in vollem Gange. Schon zum Saisonstart am Wochenende vor Ostern hat die Weiß-Blaue Flotte rund 2200 Fahrgäste aufs Wasser gelockt und am Osterwochenende waren es bei strahlendem Frühlingswetter sogar noch mehr. Mit etwas Glück konnten die Passagiere von Board aus sogar das schnittige, schwarz-weiße neue Dienstboot der Ammerseeschifffahrt beobachten, dass zum Saisonbeginn in Dienst gestellt wurde und nach 28 Jahren seinen Vorgänger ablöst.

Liebhaber romantischer Seefahrten werden sich ganz besonders auf der RMS Diessen gut aufgehoben fühlen. Der 1908 gebaute Schaufelraddampfer, der später auf einen Antrieb mit Dieselmotoren umgerüstet wurde, ist 49 Meter lang, 13 Meter breit und bietet Platz für 400 Passagiere. Warten müssen die Fahrgäste allerdings noch auf den Raddampfer Herrsching, der noch im Trockendock liegt. Die noch ausstehenden Arbeiten dürften noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Das vor allem bei Touristen begehrte Ausflugsschiff wird deshalb voraussichtlich ab Ende April in das Saisongeschehen eingreifen. Ansonsten haben die Mitarbeiter der Seenschifffahrt die Schiffe in den Wintermonaten wieder umfassend instandgesetzt und Reparaturarbeiten an den Anlegestegen durchgeführt. Davon hat sich auch Minister Georg Fahrenschon überzeugt, der am 15. April in Stegen die Schifffahrtssaison auf Ammer- und Starnberger See einläutete. Als Finanzminister ist er für die Seenschifffahrt zuständig, da der Freistaat Bayern hundert Prozent der Gesellschaftsanteile der Bayerischen Seenschifffahrt GmbH hält. Für diese Saison kündigte Fahrenschon im Rahmen der feierlichen Saisoneröffnung auf dem Werftgelände in Stegen ein buntes Veranstaltungsprogramm mit über 60 Erlebnisfahrten an. Auf dem Ammersee bilden dabei die Kirchweihfahrten wieder den Saisonabschluss. Im vergangenen Jahr haben trotz einem regenreichen Sommer und einem mehrwöchigen Rekordhochwasser mehr als 250000 Personen die Gelegenheit zu einer Schifffahrt auf dem Ammersee genutzt. In der neuen Saison will die Schifffahrt mit etlichen Spartipps weitere Fahrgäste auf ihre Schiffe locken. Neu ist auch das Bus-Schiff, Kombiticket „Ammersee-Ahoi“: Für 18 Euro geht es mit der Buslinie 40 vom Landsberger Bahnhof nach Stegen aufs Schiff zur nördlichen Rundfahrt und anschließend im Bus wieder zurück in die Kreisstadt. Als besonderer Höhepunkt stand bei der diesjährigen Saisoneröffnung die Taufe des neuen Dienstbootes der Seenverwaltung im Mittelpunkt. „Rund 50 Quadratkilometer See, etwa 42 Kilometer Ufer, 150 Sportmotorboote, 240 Elektromotorboote, 150 Arbeitsboote und 1700 Segelboote müssen auf dem Ammersee behördlich betreut werden“, erklärte der Minister. Auch die Ausübung des Fischereirechtes, das zu den ältesten Seenutzungen zählt, müsse überwacht werden. „Bei dieser Arbeit wird das neue Dienstboot wertvolle Hilfe leisten“, stellte Fahrenschon bei dessen Einweihung fest.  Zu den Vertragspartnern der Seenverwaltung gehören nach den Angaben des Ministers neben Privatpersonen und Fischern rund 30 Segelvereine, Bootswerften, Bootshändler, Inhaber von Wassersportschulen und sämtliche am Ammersee angrenzende Gemeinden und Kommunen. Auch deren Bojenliegeplätze, Stege, Gleisanlagen oder Boots- und Badehütten können mit dem neuen Boot bequem angefahren werden. Fahrenschon wünschte dem neuen Dienstboot immer „eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und überreichte den Zündschlüssel an den Leiter der Ammerseeverwaltung, Amtsrat Johann Hensel. Auch für den Starnberger See kündigte der Finanzminister den Kauf eines neuen Schiffes an. Der 6,5 Millionen Euro teure Neubau soll 800 Passagieren Platz bieten und ab 2012 die „Seeshaupt“ ersetzen.

Meistgelesene Artikel

Aufprall auf Lkw

Buchloe/Landsberg – Ein Unfall auf der A96 bei Wiedergeltingen im Landkreis Unterallgäu hat am vergangenen Dienstag für einen 53-jährigen Autofahrer …
Aufprall auf Lkw

Der Entwurf steht

Landsberg – Die Hochwasserschutzmauern oberhalb der Karolinenbrücke sind 1913 erbaut worden – nach über hundert Jahren sind sie marode und müssen …
Der Entwurf steht

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare