Schilder im Kleinformat

Zwei Legendenschilder hängen schon, 20 weitere sollen folgen: (v.l.) Bürgermeister Herbert Kirsch, Albert Schmelzer (Bauhof), Stephan Widler (2. Vorsitzender im Verschönerungsverein Riederau), Dr. Thomas Raff (1. Vorsitzender im Heimatverein) sowie Gemeindearchivarin Elke Ahrens-Ratz. Foto: Nagl

Elke Ahrens-Ratz ist stolz auf „ihre Männer“, die immer dann zur Stelle sind, wenn die Gemeindarchivarin Unterstützung braucht. Auch bezüglich der Legendenschilder für die Straßen von Riederau zog das ganze Team an einem Strang. Stephan Widler, 2. Vorsitzender des Verschönerungsvereins Riederau, hatte die Idee angestoßen und gemeinsam mit Ahrens-Ratz hartnäckig verfolgt.

Der Gemeinderat unter der Leitung von Bürgermeister Herbert Kirsch erteilte sein Placet, Professor Dr. Thomas Raff, 1. Vorsitzender des Heimatvereins, stellte sein geballtes Wissen zur Verfügung, Ahrens-Ratz recherchierte in alten Schriften und Protokollen und stellte passende Texte für die Legendenschilder zusammen, Albert Schmelzer vom Bauhof kümmerte sich um Herstellung und Druck und am Freitag durfte die rührige Archivarin das erste Legendenschild am Bahnhofsplatz anbringen. Darauf steht zu lesen: „Eine Bahnverbindung von Augsburg und München zu den Orten am Westufer des Ammersees gab es seit 1898. Riederau war bis 1902 nur ein Haltepunkt dieser Eisenbahnlinie und hatte keinen eigenen Bahnhof. Ein einfacher Holzbau diente dann bis zum Neubau als Bahnhof. 1937 wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude errichtet.“ Derzeit wird das Gebäude zum Verkauf angeboten. Zu den Interessenten zählt auch die Gemeinde Dießen. Bürgermeister Herbert Kirsch hatte die Ehre, unmittelbar daneben gleich das zweite Legendenschild an der Seiboldstraße zu platzieren. Sie ist nach dem ehemaligen Bürgermeister der einst selbständigen Gemeinde Rieden, Theodor Seibold (1878-1945), benannt, der von 1912 bis 1945 als Gemeinderatsmitglied und Bürgermeister tätig war. Weitere 20 Legendenschilder sollen in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Straßennamen gibt es in Riederau erst seit den frühen 70er Jahren. Bis 1969 wurden die Häuser durchnummeriert. Doch nachdem sich der Ort dank der Bahnstation schnell zu einem beliebten Ferien, Ausflugs- und Wohnort mauserte und bald 250 Häuser zählte, erschien das Nummernverfahren nicht mehr zweckmäßig. Widler und Ahrens-Ratz hoffen nun, dass die Legendenschilder insbesondere bei Neubürgern und Touristen das Interesse an der Geschichte ihres Wohn- oder Ferienortes wecken. „Auch viele Einheimische haben Spaß daran“, weiß Gemeindearchivarin Ahrens-Ratz dank der positiven Rückmeldungen bezüglich der Legendenschilder im Hauptort Dießen.

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