Schlechter Einstand für den Gestaltungsbeirat Landsberg

Denkbar schlechter Einstand für den Gestaltungsbeirat: Da wird das unabhängige Gremium aus vier Architekten zu einer Bauvoranfrage gehört, spricht sich klar gegen das Vorhaben aus und letztlich rücken Verwaltung und Bauausschuss des Stadtrates die Bedenken doch beiseite. So geschehen am Mittwoch, als es um den neuen Lebensmittelmarkt sowie Bäckerei, Metzgerei und Fachmarkt auf dem Areal des früheren Autohauses Kohler in der Breslauer Straße ging.

Der Gestaltungsbeirat war erst heuer vom Stadtrat installiert worden. Bei öffentlichen und auch privaten Bauvorhaben von besonderer städte­bau­licher Bedeutung sollte er die Stadtoberen beraten. Bei der aktuellen Bauvoranfrage der Lebensmittelkette Norma wurde dies nun erstmals in Anspruch genommen – auf Geheiß des Bauausschusses, der dem Vorhaben im Grundsatz bereits Mitte Juli zugestimmt hatte. Die Stellungnahme der namhaften Architekten aus Nürnberg, Salzburg, Tirschenreuth und München fiel er­nüch­ternd aus: Das Bauvorhaben scheitere allein aus städtebaulichen Kriterien, so das Gremium, das an dieser Stelle Baukörper mit mindestens drei Geschossen sehen möchte. Auch die Verkehrserschließung für fast 100 Fahrzeuge an der Kreuzung mit fünf stark befahrenen Straßen sieht der Gestaltungsbeirat als problematisch an. Folgte man nun dieser Einschätzung, müsste das gesamte Vorhaben neu überplant und konzipiert werden. Planungsrechtlich könne man das nicht fordern, so Referatsleiter Alfred Ganzenmüller, denn der „Bebauungsplan lasse das Vorhaben gemäß den vorliegenden Plänen zu. „Ein verzwickte Situation“, bedauerte SPD-Rat Dieter Völkel und Dr. Andreas Hartmann (Grüne) hätte den Ge­­staltungsbeirat angesichts der eindeutigen baurechtlichen Situation am liebsten gar nicht ge­rufen: „Schade, dass wir die Empfehlung gleich zu Beginn ablehnen müssen.“ Norma will auf dem Kohler-Areal zunächst einen Lebensmittelmarkt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche errichten. In einem zweiten Gebäude, im Süden gelegen, sollen auf rund 650 Quadratmetern Metzgerei, Bäckerei und ein „Fachmarkt“ Platz finden. Was genau in Letzterem angeboten werden soll, steht noch nicht fest. Ausgeschlossen sind aber schon jetzt Bücher, Uhren, Schmuck und Silberwaren, optische und feinmechanische Erzeugnisse, Antiquitäten, Hörgeräte, Textilien und Schuhe. Die knapp 100 Stellplätze auf dem Areal werden mittels einer weiteren Linksabbiegespur in der Breslauer Straße erschlossen. Fragen des Lärmschutzes sowie der Gebäudegestaltung werden im Zuge des Baugeneh­migungsverfahrens geklärt.

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