Hässliche Hexen ärgert man nicht...

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Der Kasperl sitzt auf der Leiter und verspottet die Kunden. Ob das mal gutgeht?

Kaufering – Der Kasperl ist schon ein frecher Kerl. Anstatt der Großmutter am Gemüsestand zu helfen, macht er lieber respektlose Bemerkungen über die Kunden. Doch das hätte er mal lieber gelassen, denn eine besonders mäkelige Kundin entpuppt sich als Hexe und findet das gar nicht lustig…

Was dann passiert, haben kleine und große Zuschauer bei der Vorstellung des Puppentheaters „Am Schnürl“ erlebt, bei der der Kasperl, frei nach Wilhelm Hauff, in die Rolle des „Zwerg Nase“ schlüpfte. Das Puppentheater „Am Schnürl“ ist bekannt für seine originellen und liebevollen Adaptionen bekannter und unbekannter Märchen und Legenden. Die Feder von Helmut Glatz macht daraus witzige und hintergründige Drehbücher, voll mit eigenen Ideen, aktuellen Anspielungen und amüsanten Einfällen. So auch bei „Zwerg Nase“, nach dem Märchen von Wilhelm Hauff, das die Puppenspieler bereits in den Jahren 2004/2005 auf die Bühne der damaligen Spielstätte in der Katharinenschule gebracht hatten. Zum Vergnügen des Publikums befindet sich der Gemüsestand der Großmutter auf einem (perspektivisch verfremdeten) Landsberger Hauptplatz, deutlich sind Schmalzturm und Rathaus zu erkennen. Gruselig geht es dann in der Höhle der Hexe weiter, wo die Affen und Kohlköpfe ein Ballett zu den Klängen von „Orpheus aus der Unterwelt“ darbieten. Und als der verzauberte Kasperl mit Elefantennase und Riesenohren in der Palastküche auf die ebenfalls verzauberte Prinzessin in Form einer Gans trifft, ist die Spannung vorprogrammiert, denn mit einem chaotischen König, einem Herzog, der überall Spione wittert, bedarf es schon einer Fee, um die Verwirrung zu einem guten Ende zu führen. Am Ende gibt es sogar eine Verlobung, und der Kasperl findet wieder den Mut, freche Sprüche zu klopfen: „Ist nicht die erste Gans, die einen König heiratet!“ Lange haben die Fans und die Spieler des Schnürl-Theaters auf ihre erste Premiere im neuen Theater warten müssen: es hat sich gelohnt. Nicht nur den Spielern war die Freude darüber anzumerken, wieder einmal „richtig“ die Puppen tanzen zu lassen, auch die kleinen und großen Zuschauer waren begeistert und dankten es mit viel Applaus. Patricia Eckstein

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