"Schöne Zahlen" in Kaufering

Rund 346000 Euro will die Marktgemeinde in den Brandschutz investieren. Obwohl es Planungen für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses geben soll, fließen knapp 200000 Euro in den Umbau und die Sanierung sowie den Brandschutz des alten Feuerwehrhauses. Foto: Weh

Mit einem Haushalt, der laut Bürgermeister Dr. Klaus Bühler „wie eine Eins da steht“, kann die Marktgemeinde in diesem Jahr aufwarten. Keine Nettoneuverschuldung, 1,9 Millionen Euro Zuführung zum Vermögenshaushalt sowie 325000 Euro Rücklagen kennzeichnen den Haushaltsplan 2011, der vergangene Woche im Finanzausschuss vorberaten wurde.

Das Gesamtvolumen beläuft sich voraussichtlich auf rund 22,3 Mio. Euro, das sind 3,2 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt (7,8 Mio. Euro) zeigen gegenüber dem Vorjahr wieder einen leichten Zuwachs. So kann die Gemeinde in diesem Jahr mit Schlüsselzuweisungen von rund 960000 Euro (2010: 335000 Euro) rechnen. Diese Zahl bemisst sich immer nach der Steuerkraft der Kommune zwei Jahre zuvor. „Mit der Gewerbesteuer sind wir auch wieder auf einem guten Weg“, betonte Kämmerer Winfried Plaß. Rund 4,5 Mio. Euro (2010: 5,2 Mio. Euro) kann die Marktgemeinde heuer erwarten, nachdem 2010 der Gewerbesteuerhebesatz von 300 auf 380 Prozent angehoben worden war. Auf der Ausgabenseite schlägt die Kreisumlage in diesem Jahr mit rund 3,5 Mio. Euro zu Buche. Doch trotz der Hebesatzerhöhung von 51,5 auf 54,5 Prozent „kommen wir fast 700000 Euro günstiger weg als im letzten Jahr“, sagte Bühler. Letztlich bleiben rund 1,9 Mio. Euro, die dem Vermögenshaushalt (13,9 Mio.) zugeführt werden können. Im vergangenen Jahr war es etwa eine Million weniger. „Das ist eine schöne Zahl, die da raus kommt“, freute sich Bühler. Investieren will die Gemeinde heuer vor allem in die Ausstattung der Mittelschule (245000 Euro), in die Sporthalle samt Außenanlagen (830000 Euro), in die Erschließung des Baugebietes Lechfeldwiesen IV (540000 Euro), in den Erwerb von Grundstücken für die Spange Süd-Ost (215000 Euro), in die Ausstattung des Bauhofes (206000 Euro), in den Umbau des P&R-Platzes Nord am Bahnhof mit Neubau eines WC (942000 Euro), in den Ortsstraßenbau (171000 Euro) sowie in die Wirtschaftsförderung „Fuggerplatz“ (248000 Euro). Neues Feuerwehrhaus? Beim Brandschutz sollen 346000 Euro für die Anschaffung eines Gelenkmastes sowie den Umbau des Feuerwehrhauses eingestellt werden. Laut Bauverwaltungsleiter Andreas Giampa müssten einige Räume saniert und umgebaut, der Brandschutz verbessert und aufgrund der wachsenden Zahl an Feuerwehrfrauen auch die Duschen und Umkleiden getrennt nach Geschlecht umgebaut werden. Inwieweit das noch Sinn mache, wo doch Planungen für ein neues Feuerwehrhaus liefen, wollte Hans Pilz (GAL) wissen. Dass er damit aus dem Nähkästchen plauderte, missfiel dem Rathauschef sichtlich. Doch auch Hans Koch (SPD) hielt diese Investition angesichts der geplanten Vorhaben für „rausgeschmissenes Geld“. Bühler wollte sich zu diesem Thema nicht weiter äußern und verwies auf die nichtöffentliche Sitzung. Dem Vernehmen nach ist der Neubau im Bereich des Biomasseheizkraftwerkes geplant. Die finanziellen Mittel für die geplanten Vorhaben ergeben sich in erster Linie aus den Grundstückserlösen im Baugebiet Lechfeldwiesen IV sowie im Gewerbegebiet Viktor-Frankl-Straße. Hier rechnet Bühler mit insgesamt rund 4,5 Mio. Euro an Einnahmen. Für Gabriele Triebel (GAL) ist diese Zahl jedoch zu hoch gegriffen. „Wir sind mit 325000 Euro bei den Rücklagen noch relativ weit unten. Wenn das mit den Grundstücksverkäufen nicht so läuft, haben wir ein Problem.“ Sie spreche aus ihrer Erfahrung der letzten Jahre, als rund 1,3 Mio. Euro weniger als erwartet eingenommen wurden. Bühler sah dies nicht so: „Wir haben nur Dinge eingestellt, die realistisch sind.“ Die Nachfrage sei da, das zeige die Bedarfsabfrage unter den Bauwerbern. Auch für das Gewerbegebiet gebe es konkrete Interessenten. Voraussichtlich am 23. Februar – und damit rund zwei Monate früher als im vergangenen Jahr – soll der Marktgemeinderat den Haushaltsplan 2011 verabschieden.

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