Schondorf kauft Bahnhof – "Ortsmitte" im Umbruch

Die frohe Botschaft hat Bürgermeister Peter Wittmaack unmittelbar vor Weihnachten fast so nebenbei verkündet: „Notartermin für den Kauf des Bahnhofes ist am 29. Dezember.“ Im Schondorfer Haushalt sind dafür 530000 Euro vorgesehen. Auf der Tagesordnung der Ratssitzung stand die Situierung der Busanfahrt für den Bebauungsplan „Ortsmitte“ in dessen Mittelpunkt das Bahnhofsareal steht.

Außerdem, fuhrt der Bürgermeister fort, habe die Gemeinde ihr Vorkaufsrechte für das Areal westlich der Bahnhofsstraße, zwischen Greifenberger Straße und Bahnhofsgebäude geltend mache können. Man habe sich diesbezüglich mit dem Busunternehmen Pflügler auf dem Rechtsweg geeinigt, dass nun die betriebsnotwendige Fläche gegenüber der Bushalle so lange pachten kann, wie das Unternehmen besteht. Auf der unmittelbar nördlich an den Bahnhof angrenzenden Fläche soll ein Park&Ride-Platz entstehen. Während das Große und Ganze also zufrieden stellte, steckte der Teufel im Detail, genauer in der Busanfahrt. Auf Empfehlung des Bauausschusses entschloss sich der Gemeinderat, die geplante Busanfahrt einige Meter nach Norden zu verschieben, um so den Bahnhofsvorplatz freizuhalten. Die Busanfahrt soll demnach zwischen dem Bahnhofsgebäude und den Fahrradstellplätzen situiert werden. Dadurch gerät allerdings eine alte Esche in Gefahr, die östlich der Bahnhofsstraße unmittelbar neben dem alten Buswartehäuschen steht. Die beauftragte Planerin sehe durch den Baum, der die Busanfahrt einschränke und die Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen behindere, die Verkehrssicherheit gefährdet, erläuterte Wittmaak. „Die 18 Meter langen Gelenkbusse benötigen mindestens eine Anfahrt von 25 Metern.“ Außerdem könne das Wurzelwerk des Baumes durch den Bau der geplanten Stützmauer entlang des Supermarkt-Parkplatzes Schaden nehmen. Mit 9:5 Stimmen entschied sich der Gemeinderat nach kontroverser Diskussion das Bebauungsplanverfahren auf der Grundlage der aktualisierten Planung für die Busanfahrt fortzuführen. Allerdings soll im Rahmen der Detailplanung darüber nachgedacht werden, ob es Möglichkeiten gibt, die stattliche Esche zu retten. Rudi Hoffmann (GAL) stellte nach der Abstimmung in Frage, ob es Sinn mache, im Bereich des Bahnhofs einen Fuß- und Radweg zu planen. Vielleicht sei es ja besser, stattdessen mehr Begleitgrün vorzu- sehen und einen Straßenraum, den sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt teilen. „Ich möchte heute keine Straße mehr ohne Gehweg planen. Da fühlen sich viele Menschen unsicher“, konterte Wittmaack. Außerdem könnten ältere Leute auf diese Weise den Schülerströmen ausweichen, die sich ohnehin bevorzugt auf der Straße bewegen. Der Fuß- und Radweg habe außerdem den Vorteil, dass er Radler, die von der Landsberger Straße oder von der Staatsstraße her kommen, zielsicher weiter zum Bahnhof führe. Die Mehrheit schloss sich dieser Meinung an.

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