Schondorfer Kreis blitzt bei der Regierung ab

„Kein Schondorfer Bebauungsplan ist von unabhängigen, qualifizierten Fachleuten derartig intensiv geprüft und für gut befunden worden“, hat Bürgermeister Peter Wittmaack das Ergebnis der Rechtsaufsichtbeschwerde des Schondorfer Kreises zum Bebauungsplan St. Jakob kommentiert. Nach einer Ortsbegehung vor wenigen Wochen formulierten die Regierung von Oberbayern und das Landratsamt Landsberg als Rechtsaufsichtsbehörde im Sinne der Kommune den Schluss, dass die von der Gemeinde vorgelegten Unterlagen „weder formale noch inhaltliche Mängel bei der Bauleitplanung“ erkennen ließen.

Der Verein für Kultur- und Landschaftspflege setzt sich allerdings seit Inkrafttreten des Bebauungsplanes vehement gegen das von der Gemeinde Schondorf befürwortete Baumaß auf dem Jakobsbergl ein, obwohl sich Bürgermeister Wittmaack wünscht, Anliegen dieser Art künftig nicht in scharfem Ton, sondern in einem sachlichen Miteinander klären zu können. Er plädiert für ein „faires Miteinander“ und hofft, dass der Schondorfer Kreis „seinen Kreuzzug gegen den beanstandeten Bebauungsplan beendet“. Unter anderem kritisiert das Gemeindeoberhaupt auch Formulierungen in der Rechtsaufsichtsbeschwerde, wonach der „Bebauungsplan hochgradig rechtswidrig“ sei und für den Gemeinderat bei „allenfalls rudimentären Abwägungen stets die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund gestanden haben“. Außerdem bemängelte Wittmaack, nicht auf das Podium der jüngsten Diskussionsrunde, die am 26. Mai vom Schondorfer Kreis und vom Landesverein für Heimatpflege im Pfarrsaal einberufen worden war, eingeladen worden zu sein. Wie der Bürgermeister sehen auch Regierung und Landratsamt im Bebauungsplan St. Jakob einen „ausgewogenen Kompromiss zwischen öffentlichen und privaten Belangen der Gemeinde“. Grund-sätzlich stellt die Regierung in ihrem Bescheid fest, dass die „im Bebauungsplan vorgesehene Gebäudekörpersituierung vertretbar“ sei. Der Bauraum der beiden Hauptbaukörper orientiere sich am Bestand. Weiter ist man davon überzeugt, dass der erdgeschossige Verbindungsbau zwischen dem Gasthaus und dem anstelle der Remise geplantem Ersatzbau, der als Seminar- und Gästehaus dienen soll, kaum dazu führen werde, dass ein zu massiver Gesamteindruck entstehe oder die Blickbeziehung zur Kirche gestört werde. Auch die Bezeichnung „Sperrriegel“ für den Verbindungsbau, der den bestehenden Fußweg von der Bahnhofsstraße zur Kirche abschneidet, sei unpassend. Dieser Fußweg sei „weder rechtlich gesichert noch in einwandfreiem Zustand“, und könne theoretisch von heute auf morgen vom Eigentümer gesperrt werden. Deshalb habe sich die Gemeinde zu Recht dafür entschieden, „den Weg nicht im Bebauungsplan festzusetzen sondern zu verlegen.“ Um bessere Lösung bemüht Wie man der jüngsten Presseerklärung des Schondorfer Kreises entnehmen kann, ist man hier von der Argumentation der Regierung nicht überzeugt. In der Presseerklärung der Gemeinde wiederum entdeckten die Kultur- und Landschaftsschützer ihrerseits „diverse Unrichtigkeiten, wie beispielsweise falsche Flächenangaben“. Weiter kündigt der Schondorfer Kreis an: „Den Bebauungsplan St. Jakob halten wir – insbesondere unter dem Aspekt der Ortsbildpflege und des Denkmalschutzes – nach wie vor in so hohem Maße für gemeinwohlschädigend, dass wir unsere Bemühungen um eine bessere Lösung in geeigneter Weise fortführen werden.“ Der Verein wird nach eigenen Angaben von vielen Bürgern aus Schondorf und dem Ammersee-Umland, die – wie es im Rahmen der jüngsten Podiumsdiskussion formuliert wurde – eine „schleichende Starnbergisierung“ Schondorfs befürchten, unterstützt.

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