Freiwillig für Streuner

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Ein Herz für „Streuner“, so nennt man verwilderte Hauskatzen: Gemeinsam mit dem Verein „Katzentatzen“ und mit Lehrerin Michaela Hiebler (rechts) bastelten die Kinder der Klasse 2c Katzenkisten und schnürten Fresspakete. Auch der Gemeinde ist das Tierwohl ein Anliegen und Bürgermeister Herbert Kirsch (Mitte) schaute eigens vorbei.

Dießen – Die Nächte sind schon kalt, der Winter steht vor der Tür. Bald beginnt eine harte Jahreszeit für Katzen, die kein Zuhause, keinen Menschen haben, der sich um sie kümmert. Ein Thema, über das sich auch die Schulkinder der Klasse 2c der Carl-Orff-Schule im Rahmen des „Freiwilligentages“ des Landkreises Landsberg Gedanken gemacht haben. Einen ganzen Vormittag lang wurde schließlich fleißig gewerkelt und gebastelt.

Isolierende Styroporkisten, in denen ansonsten Elektrogeräte oder zerbrechliche Waren transportiert werden, wurden zu wärmenden Katzenhäusern umgebaut und mit kuscheligen Decken ausstaffiert. Außerdem wurden zahlreiche Pakete mit Futter und Medikamenten geschnürt, ganz nach den Bedürfnissen der einzelnen Streuner, denen der Verein „Katzentatzen“ (www.katzentatzen.org) unermüdlich auf der Spur ist. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Vereins leiteten gemeinsam mit Klassenleiterin Michaela Hiebler das Projekt und die Kinder waren mit Feuereifer dabei.

Um einen Überblick zu bekommen, wo sich Streunerkatzenkolonien befinden, wurden deren Fundorte in eine Landkarte eingezeichnet – dabei lernten die Mädchen und Buben ganz nebenbei ihren Landkreis kennen – und natürlich bekamen die Katzen, die von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen routinemäßig fotografiert werden, einen Namen: Spezielle Medikamente wurden für den rotgetigerten Kater Fussel eingepackt, der auf einem Schrottplatz lebt, Leckerlis gab es für die scheue Wilde Hilde die sich gerne im Klostergarten von St. Ottilien versteckt, und ein großes Fresspaket wurde für sechs Katzen geschnürt, die mit ihrem Nachwuchs in einem verfallenen Schuppen wohnen.

Selbstverständlich sei es nicht das Ziel von „Katzentatzen“ die Tiere nur durchzufüttern, erklärte „Katzentatzen“-Vorsitzende Andrea Mittermeir, sondern es gehe darum, Katzenleid zu reduzieren, indem die Katzen geimpft, sterilisiert, kastriert und gekennzeichnet werden. Außerdem versucht der Verein, für Streuner ein passendes Zuhause zu finden. „Wir freuen uns über jede Katze, die bei uns gemeldet wird, denn nur dann können wir helfen“, sagt Mittermeir.

Auch Bürgermeister Herbert Kirsch kam vorbei um sich das beeindruckende Ergebnis des Schulprojekts anzuschauen. Schließlich ist auch er bekennender Katzenfan mit einem wohlbehüteten Schmusekater zuhause.

Ursula Nagl

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