Schulprofil wird geschärft

So sähe das Bootshaus des Ammersee-Gymnasiums laut den Planungen von der Seeseite in Richtung Südwesten gesehen aus. Foto: LRA/Kusch

Bootshaus ja, oder nein? Zwar hatte der Kreisausschuss schon einstimmig den Bau eines Bootshauses für das Ammersee-Gymnasium genehmigt, doch die Fraktion der GAL beantragte, erneut darüber abzustimmen. Man sei nicht ausreichend informiert worden und die dargelegte „Minimalvariante“ sei nicht nachvollziehbar, so Fraktionssprecherin Renate Standfest in ihrem Antrag. Doch in seiner jüngsten Sitzung beschloss der Kreisausschuss, das Bootshaus wie vorgeschlagen, zu bauen.

In der letzten Sitzung wurde der Bau eines Bootshauses für insgesamt 375000 Euro (20000 werden von der Schule wieder an den Landkreis zurückgeführt) genehmigt – als Minimalvariante, wie es hieß. Das war für die Fraktion der GAL nicht nachvollziehbar. Sie beantragte nicht nur einen Ortstermin, sondern auch, erneut darüber zu entscheiden, in welcher Variante das Bootshaus umgesetzt werden soll. In der jüngsten Sitzung beschloss der Kreisausschuss, den bisherigen Beschluss aufrecht zu erhalten. Es seien keine neuen Erkenntnisse durch den Antrag der GAL hinzugekommen, wie Landrat Walter Eichner betonte. „Mit der Bewilligung der Mittel hat der Kreisausschuss die Voraussetzungen geschaffen, durch die Anbindung des ASG an den See, das Profil der Schule zu schärfen“, so Schulleiter Klaus Rechenberger in seiner Stellungnahme. Denn das neue Bootshaus soll nicht nur den Ruderern dienen, sondern die Schule generell noch mehr mit dem See verbinden. Etwa könne es auch für naturwissenschaftliche Fächer oder den Kunstunterricht von Nutzen sein. Er schreibt weiter: „Leider wird die Verwirklichung des Projekts durch einen Antrag der GAL-Fraktion wieder in Frage gestellt.“ Der Antrag basiere auf falschen Behauptungen, sowie aus Angaben, die aus fachlicher Sicht leicht zu widerlegen seien. Bereits in der Februar-Sitzung seien die Einwände gegen das Projekt diskutiert und sachlich widerlegt worden. Das Bootshaus sei nicht überdimensioniert, wie der Vergleich mit dem Bootshaus des Schleißheimer Ruderclubs zeigt. Auch seien die überdachte Terrasse und der Badesteg am Bootshaus für die Lagerung der Anhänger und Einlassung der Boote notwendig. Außerdem seien zumindest Toiletten und kleine Umkleideräume von Nöten. In der letzten Sitzung dazu Peter Wittmaack (SPD): „Wir können nicht die Schüler bestrafen.“ Der Weg zur Schule sei zu weit, und schließlich werde schon an den Duschen eingespart. Rechenberger kritisiert, dass die Vertreter der GAL in der Februar-Sitzung selbst nicht anwesend waren und sich nicht über die damalige Diskussion informiert hätten. „Mit fachlich leicht zu entkräftenden Aussagen und falschen Behauptungen versuchen sie zu erreichen, dass das Gebäude auf eine für den Schulbedarf völlig unzureichende Größe reduziert wird“, meint der Schulleiter. Das geplante Bootshaus sei weder überdimensioniert, noch stelle es ein Clubhaus für den SC Riederau dar. Auch seien die Nachfragen der GAL bei der Schul-leitung nie „vehement abgeschmettert“ worden. Zur Freude der Schule hielt der Kreisausschuss seinen Beschluss vom 14. Februar mit zwei Gegenstimmen der GAL aufrecht. Nun soll das Bootshaus entsprechend der Planungen gebaut werden.

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