Schulterschluss am Lech – "Lechfischer" und E.ON Wasserkraft GmbH bewässern die Lechauen

Was sich jüngst am Lech nahe der Staustufe 12 bei Seestall abspielte, war Gemeinschaftsaktion von E.ON Wasserkraft GmbH und Lechfischer (e.V.) im allerbesten Sinne. Mit Bagger und vielen Freiwilligen starteten sie eine nicht gerade alltägliche Aktion: Frischwasser vom Lech in den dortigen Nebenarm bringen. Das Ergebnis ist eine Art Regenerations-Kreislauf. Nachdem das Lechwasser den Nebenarm, also das Altgewässer, durchzogen hat, fließt es stromabwärts wieder in den Lech zurück. So ist eine verlustfreie Versorgung der vom Verlanden bedrohte Altwasserlandschaft gewährleistet.

Die „Lechfischer“, Pächter der Flussstrecke zwischen den Staustufen 12 und 13, sahen seit Jahren mit Besorgnis, wie die Verlandung des so genannten Altwassers am Lech drastisch zunahm. Dies führte freilich dazu, dass der natürliche Lebensraum für eine Vielfalt von „Flussbewohnern“ mangels Wasser immer mehr reduziert wurde. Die Artenvielfalt der auf diese Weise gefährdeten Wasserbewohner erstreckt sich von Friedfischen, wie Schleie oder Karpfen, bis hin zu Kröten und Fröschen. Aber auch Vögel, Libellen, Mücken und unzählige Insektenarten würden ihren natürlichen Lebensraum verlieren. Um eben dies zu verhindern nahm sich Kurt Stürmer mit seinen „Lechfischern“ der Sache aktiv an. Im Schulterschluss mit E.ON Wasserkraft, die das Projekt großzügig mit der Genehmigung und gleichzeitig finanzieller Unterstützung förderte, wurde ein Plan zur Versorgung des Altwassergebietes mit Frischwasser aus dem Lech erstellt. Und dabei gebühre auch dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim sowie dem Landratsamt Landsberg Dank für die kooperative Zusammenarbeit, lobt Stürmer das einvernehmliche Miteinander. So kam es denn, dass Bagger und mit Schaufeln bestückte ehrenamtlich tätige Lechfischer anrückten, um einen neuen Lebensstrang für das Altwassergebiet zu graben. Gerade bei Niedrigwasser im Lech-Hauptarm soll durch den Kanal das Altwasser versorgt werden. Die Sohle der rund 60 Meter langen Verbindung liegt gut 20 Zentimeter unter dem normalen Lech-Wasserstand. „Damit werden auch den Friedfischen ihre Laichplätze zu-rückgegeben und die Artenvielfalt anderer Lebewesen wieder gewährleistet.“ Neben den „Lechfischern“ hat sich natürlich auch ein Vertreter der E.ON Wasserkraft am Aktionstag vor Ort eingefunden: Manfred Holzmann und Anton Schmid zeigten sich rundum zufrieden. Und Lechfischer-Chef Kurt Stürmer meinte: „ Wir sind alle der Natur verpflichtet. Es geht vieles, wenn man miteinander redet.“

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