Schwitzen über Altlasten

Damit begannen die Probleme: Die alte Sauna (links) ist nur noch Brennholz und die Bodenplatte ging auch gleich in die Brüche. Foto: Pilz

Oben hui, unten pfui! Eine Reihe von Altlasten sind beim Bau der neuen Sauna am Lechtalbad im Sommer zu Tage getreten: Kläranlage, Sickerschächte, Teerplatten, Waschplatz. Dies sowie offensichtlicher Pfusch am Bau und nicht tragfähiger Boden sorgen dafür, dass der Landkreis 46600 Euro mehr als geplant auf den Tisch legen muss.

Noch im Mai war die Kreisverwaltung in ihrer Kostenberechnung von 463000 Euro ausgegangen. Als zwei Monate später die Arbeiten anliefen, wurde allen Beteiligten schnell klar, dass diese Summe wohl nicht zu halten sei. Wie Architekt Dr. Klaus Pilz aus Issing vergangene Woche im Kreisausschuss darlegte, tauchte das erste Problem bereits beim Abbruch der alten Außensauna auf. Als der Bagger an dem Holzbau ansetzte ging auch die Bodenplatte zu Bruch. Grund: Sie wies „keinerlei Bewehrung“ auf und war ohne Bodenaustausch und Fundament errichtet worden – Ende der 80er Jahre war das. Pfusch am Bau. Dipl.-Ingenieur Pilz: „Die Bodenplatte war für den Neubau nicht tragfähig.“ Und das galt auch für den restlichen Untergrund des Saunageländes, was aus finanzieller Sicht noch schwerer wog. Statt gut einem Meter mussten bis zu 3,20 Boden ausgetauscht werden, was weitere böse Überraschungen ans Tageslicht förderte: eine alte Drei-Kammer-Klär­- anlage samt Sickerschacht, gegründet auf einer wasserundurchlässigen Flinzschicht. Damit des Schlechten noch nicht genug: Ein ehemaliger Waschplatz mit Revisionsschacht und alte Asphaltflächen strapazierten die Nerven der Bauausführenden ebenso. Laut Bauverwaltung könne es sich bei den unliebsamen Funden nur um Reste aus dem „alten Bad“ handeln, die bei der Generalsanierung zwischen 1988 bis 1990 im Erdreich „versanken“. Für Abbruch, Entsorgung, Erd- sowie Stahlbetonarbeiten muss der Landkreis nun 46567 Euro mehr für den Bau der Außensauna berappen. Das sei ein typisches Beispiel dafür, so Landrat Walter Eichner (CSU), wie schnell man bei einer Baumaßnahme mit unabwendbaren Mehrkosten konfrontiert werden kann. Auf eine Fehleinschätzung des planenden Architekten oder der Mitarbeiter im Bauamt sei das jedenfalls nicht zurückzuführen. Die Schuldfrage schien für die Mitglieder des Kreisausschusses damit geklärt. Ohne Wortmeldung nahmen sie die Mehrkosten zur Kenntnis. Immerhin beruhigend: „Die Saunagebühren steigen deshalb nicht“, versicherte Kreiskämmerer Jürgen Felbinger. Eröffnet wird die neue Außensauna am Freitag.

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