Beim Grand Opening

Aus Dehli und St. Petersburg

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Das neue SIP-Firmengebäude in der Marie-Curie-Straße war am Samstag Treffpunkt von Vespa-Fans aus aller Herren Länder.

Landsberg – Dass man am Samstag auf den Zufahrtsstraßen ins Gewerbegebiet Frauenwald so vielen Vespa-Rollern begegnete, war kein Zufall. Vespa-Fahrer aus der Region und weit darüber hinaus knatterten zum „Tag der offenen Tür“ beim SIP Scootershop und schwelgten dort bei fast mediterranem Wetter in ihrer Leidenschaft für das italienische Kult-Gefährt.

„Die Veranstaltung machen wir seit zehn Jahren, immer Anfang Mai. Sie ist eigentlich nichts Besonderes“, stapelte SIP-Chef Ralf Jodl tief. Gut, diesmal waren vielleicht doppelt so viele Leute da wie sonst – Jodl schätzte die Besucherzahl auf etwa 800. Denn diesmal war der „Tag der offenen Tür“ gleichzeitig das „Grand Opening“ des neuen Firmengebäudes in der Marie-Curie-Straße im Frauenwald. Von hier aus gehen Lieferungen mit Roller-Teilen in alle Welt, 1.000 Pakete am Tag.

Vespa-Fans erobern Landsberg

Am Samstag wirkte das Außengelände wie ein fröhlicher Straßenmarkt aus den 1970er Jahren. Geparkte Vespas, so weit das Auge reichte, ein Zelt mit Schnäppchen-Angeboten, Reifenstapel, ein Musikzelt, in dem ein Discjockey alter Schule echte Vinylplatten auflegte, und dazwischen jede Menge gut gelaunte Besucher. Wer wollte, konnte bei Führungen durch die Lager- und Versandhalle mit ihren Hochregalen und Förderbändern einen Blick hinter die Kulissen des Scootershops werfen. Oder sich im Fotozelt auf seiner Vespa ablichten lassen und später im Internet auf der Titelseite des SIP-Kundenmagazins „Curve“ erscheinen. Und wer auf der Suche nach einer gebrauchten Vespa war, hatte ebenfalls gute Chancen, fündig zu werden.

Ansonsten wurde geratscht und gefachsimpelt, wurden Umbauten bestaunt und Erfahrungen ausgetauscht. Der Vespa-Fahrer liebt es, seinem Gefährt den eigenen Stempel aufzudrücken, sei es in Form einer speziellen Lackierung oder mithilfe technischer Tüfteleien. Auch für diese Gruppe war bestens gesorgt – auf dem Technikprüfstand konnte man die Motorleistung getunter Roller messen lassen. Drinnen versorgte das Tagescafé „Siperia“ hungrige Besucher mit Kaffee und Kuchen, draußen gab‘s Pizza aus dem Holzofen und eine Hüpfburg.

Weltweit vernetzt

Der Vespa-Club München war mit einem eigenen Stand vertreten. Vespa-Freunde aus Stuttgart, Nürnberg und Italien hatten bei weitem nicht die längste Anreise hinter sich. Eine Gruppe Engländer war extra für das Opening nach Landsberg gekommen, ebenso neun Franzosen aus Avignon. „Die übernachten alle bei mir“, erzählte Ralf Jodl. Die Vespa-Community ist eben weltweit vernetzt.

Ein Lieferant des SIP Scooter­shops aus Dehli schaute ebenso vorbei wie ein Roller-Fan aus St. Petersburg. „Ich bin selbst immer wieder erstaut, welche Wege die Leute auf sich nehmen“, so der Geschäftsführer, der mit Partner Alexander Barth das Unternehmen gemeinsam leitet. Vor über 20 haben die beiden in einer Garage mit dem Teile-Handel begonnen. Damals war die Vespa noch ein günstiges Gefährt für Jugendliche, heute ist sie der Kult-Roller schlechthin – natürlich auch für die Jugendlichen von damals.

Ulrike Osman

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