Sechs Minuten früher am Einsatzort

Wenn andere Rettungskräfte am Ort des Geschehens eintreffen, ist das First Responder-Team meist schon da. Foto: FFW

Der First-Responder, die von der Gemeinde finanzierte Ersthilfe am Not- oder Unfallort, hat sich eindrucksvoll bewährt: 761 Einsätze fuhren die Helfer der Schondorfer Feuerwehr und Wasserwacht im fünfjährigen Probebetrieb. Von den 48000 Euro Gesamtausgaben konnte mehr als die Hälfte mit Spenden gedeckt werden, und nur rund 4500 Euro jährlich mussten von der Gemeinde bestritten werden.

Unter diesen Vorzeichen fiel es den Gemeinderäten jüngst sehr leicht, die Testphase durch einen Dauerbetrieb des First Responders abzulösen – auch wenn demnächst erst einmal ein neues Fahrzeug für rund 35000 Euro angeschafft werden muss. Vor fünf Jahren waren die Ersthelfer mit einem für 15000 Euro von einer Feuerwehr in Thüringen erworbenen Gebrauchtwagen gestartet: Seither wurden mit der umgebauten Kombilimousine 30000 Kilometer zurückgelegt. Unter den insgesamt 761 Einsätzen sind 406 Notfälle und 355 Notarztfahrten registriert. In 410 Fällen wurde laut Statistik internistische Ersthilfe benötigt, bei weiteren 251 Einsätzen leiteten die Helfer chirurgische Sofortmaßnahmen ein. Außerdem waren die ehrenamtlichen Retter bei 33 Verkehrsunfällen und 18 Bränden meist am schnellsten vor Ort. Bereits in ersten Tests hatte sich gezeigt, dass der First Responder im Durchschnitt sechs Minuten früher am Einsatzort eintrifft, als die übrigen Rettungskräfte. Bei einem Infarkt oder folgenschweren Unfall entscheidet aber oft die Therapielücke bis zum Eintreffen der Sanitäter über Leben und Tod. Das Konzept des First Responders mit Defibrillator und anderen Soforthilfegeräten an Bord kann die Überlebenschancen um 25 Prozent erhöhen. Mit 597 Notfällen erwies sich der Ortsbereich von Schondorf als Haupteinsatzgebiet. Auf Achselschwang entfielen 40, auf Hechenwang 30 Einsätze, 38 Mal rückten die Ersthelfer nach Utting aus. Nun aber stehe für den zwölf Jahre alten Kombi die Beschaffung eines 9000 Euro teueren Austauschmotors an, erläuterte Feuerwehrkommandant Florian Gradl im Gemeinderat. Weil weitere Reparaturen absehbar seien, wäre der Kauf eines neuen Fahrzeugs wohl sinnvoller. Aus zehn verschiedenen Angeboten fiel die Wahl auf einen kleineren SUV-Kombi mit Benzinmotor und Allradantrieb. Der Wunsch nach einem noch größeren Auto habe sich wegen der dafür zu kleinen Feuerwehr­garage als nicht realisierbar erwiesen, so Gradl. Der nun anvisierte Einsatzwagen kostet 23000 Euro, hinzu kommen zwölf Euro für den Einbau von Funk und Sondersignalanlage. Im Gemeinderat standen diese Investitionen und der Weiterbetrieb des First Responders außer Zweifel. Von einer „segensreichen Einrichtung für Schondorf“ sprach gar Andreas Dohm (FWS). „Ich habe als Bürgermeister oft erfahren, wie dankbar man für diese Einrichtung ist“, bestätigte Peter Wittmaack (SPD). Auch das hohe Spendenaufkommen zeuge von dieser hohen Wertschätzung. Der Bürgermeister schloss mit einem Aufruf an die Bürger, sich den ehrenamtlichen Ersthelfern anzuschließen: Die First-Responder-Gruppe in Schondorf zählt 16 kontinuierliche geschulte Mitglieder, von denen 13 momentan einsetzbar sind.

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Voreiliger Kahlschlag?

Landsberg – In Kaufering und Igling ist man verstimmt. Der Grund: Die beiden Kommunen sind im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von der Stadt …
Voreiliger Kahlschlag?

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare