Segensreiche Feuerwehr

Eine Fahrzeugweihe muss nicht bitterernst sein: Mit Humor segnete Bruder Kornelius Wagner das neue Einsatzleitfahrzeug der Landsberger Feuerwehr. Fotoy: Kruse

Die Feier zum 150-jährigen Gründungsjubiläum der Feuerwehr Landsberg standen nicht nur für die Mitglieder der Wehr selbst im Mittelpunkt des Wochenendes: Auch Oberbürgermeister Ingo Lehmann ließ es sich nicht nehmen, sowohl beim Festakt am Samstag als auch bei der Fahnen- und Fahrzeugweihe am Sonntagvormittag dabei zu sein.

Die Teilnehmerliste war noch umfangreicher: Landrat Walter Eichner gab sich ebenso die Ehre wie die Stadtratsmitglieder, Kreisbrandrat Johann Koller und seine Kreisbrandmeister, viele Partnerfeuerwehren, die Patenwehr aus Erpfting, Offizielle des Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks sowie Gönner und Unterstützer der Landsberger Wehr. Von den verdienten ehemaligen Mitgliedern war Ehrenvorstand Josef Bischof geladen worden. Stand am Samstag das Beisammensein in der Turnhalle Katharinenvorstadt – das nahegelegene Feuerwehrhaus hätte die Zahl der Gäste nicht fassen können – im Vordergrund, fanden die Veranstaltungen am Sonntag ihren feierlichen und offiziellen Höhepunkt im Wei­he­gottesdienst in der Landsberger Stadtpfarrkirche. Vor über 500 Offiziellen, Floriansjüngern und Landsberger Bürgern hielt Stadtpfarrer Michael Zeitler den Gottesdienst. Die Fahnenweihe übernahm Bruder Kornelius Wagner, der die logische Wahl für diesen Anlass war. Der Diakon aus St. Ottilien ist seit 2002 Feuerwehrseelsorger für den Landkreis Landsberg, gehört zum Kriseninterventionsteam und begegnet den Feuerwehrleuten daher oft genug in den schwierigsten Situationen. Umso mehr war ihm als auch den anderen Beteiligten das Vergnügen anzumerken, dass der 41-Jährige bei diesem angenehmen Zusammentreffen diese wichtige Rolle übernehmen konnte. Locker, freudig und humorvoll absolvierte der Diakon die Aufgabe der Fahnenweihe – vermutlich zum einzigen Mal im Leben aller Anwesenden: Die letzte Fahnenweihe der Landsberger liegt immerhin 80 Jahre zurück; dem Vernehmen nach sind auch für die nächsten Jahrzehnte keine neuen Fahnen vorgesehen. Nach dem Gottesdienst, den die Stadtkapelle Landsberg würdig und hochklassig musikalisch umrahmte, der Fahnenweihe in der Stadtpfarrkirche und der Verpatenschaftung mit der Fahne der Feuerwehr Erpfting hatte Bruder Kornelius in der Fußgängerzone eine weitere Aufgabe zu erfüllen und erledigte auch die nicht ohne Augenzwinkern: Das neue Einsatz­- leitfahrzeug der Feuerwehr erhielt den kirchlichen Segen, wobei Bruder Kornelius bedauerte, dass er keinen „zwei- oder dreifachen Segen“ zur Verfügung hatte. Das sorgte für Heiterkeit bei den umstehenden Feuerwehrleuten – immerhin war das Vorgängerfahrzeug bei einem (gottlob ansonsten folgenlosen) Verkehrsunfall im Einsatz auf den Schrottplatz befördert worden. „Macht’s doch die Fenster von dem Auto auf, vielleicht hilft’s“, meinte dementsprechend der Diakon, als er mit Weihrauch um den Audi ging. Kommandant Karl-Heinz Novy nahm es mit Humor und brachte das frisch geweihte Fahrzeug anschließend unter Polizeieskorte persönlich im großen Festzug mit über 100 Teilnehmern zum Feuerwehrgerätehaus zurück, wo die Jubiläumsfeiern ihren würdevollen und angemessenen Abschluss fanden.

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