"Sehr angespannte Lage"

Schwere Zeiten kommen auf die Landsberger Stadtverwaltung zu, allein in den nächsten drei Jahren müssen zehn Millionen Euro eingespart werden. Foto: Bauch

„Diese Woche wird es ernst“, postet Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) auf seiner Face­book-Fanseite, „Kassensturz und Nach­tragshaushalt am Mittwoch.“ Zahlen nennt er nicht, das ist Sache des Kämmerers – morgen Abend im Finanzausschuss. Und da wird es sehr ernst. Die Stadt steht Ende des Jahres mit 80,5 Millionen Euro in der Kreide und muss zuvor 14 Millionen Euro Kredit aufnehmen, um über die Runden zu kommen.

Landsbergs neuer Oberbürgermeister und Teile des Stadtrates, allen voran die Grünen, haben die Mär vom „kontinuierlichen Schuldenabbau“ unter Ex-OB Ingo Lehmann (SPD) satt. „Wir brauchen eine ehrliche Darstellung der finanziellen Situation, die sich nicht allein auf den Kernhaushalt beschränkt.“ Heute Abend, ab 18 Uhr, wird das der Fall sein. Dann wird Stadtkämmerer Peter Jung „die ganze Wahrheit“ auftischen. Und die ist knallhart: Exakt zur Jahresmitte saß Landsberg im Kernhaushalt auf 25 Millionen Euro Darlehensschulden, beim Altenheim auf 2,3 und bei den Stadtwerken auf 34,4. Jung prognostiziert für 31. Dezember 2012 einen Gesamtschuldenstand in Höhe von 80,5 Millionen Euro. Berücksichtigt sind dabei auch die 13,5 Millionen Euro Kassenkredite – aktuell sind es 17,8 Millionen – sowie die 14 Millionen Euro des Nachtragshaushaltes. Letzterem, also neuen Krediten, soll der Finanzausschuss heute Abend zustimmen. Vornehm weist die Kämmerei darauf hin, dass die finanzielle Lage der Lechstadt „sehr angespannt“ sei. Aktuell könne sie die Leistungen des Schuldendienstes nicht mehr gewährleisten, da sie mit Eigenbe­trieben, Kommunalunternehmen sowie Sondervermögen eine „negative Liquidität“ in Höhe von 12,7 Millionen Euro aufweise. Pleite also. Jungs Vorgabe: Allein in der Kernverwaltung sind in den nächsten drei Jahren zehn Millionen Euro einzusparen.

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