Gut angekommen

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Ganz leger: Organist Stephan Ronkov bei einer Probe an der Münsterorgel, für die er sich eine Sanierung wünscht.

Dießen – Seit genau einem Jahr lebt der Diplom-Kirchenmusiker Stephan Ronkov in Dießen. „Meine Familie und ich sind hier gut angekommen“, freut sich der 47-Jährige, der seitdem als Münsterorganist die Caspar König Orgel spielt, den Münsterchor dirigiert und als künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Dießener Münsterkonzerte“ fungiert. Mit dem Umzug aus Waldkirch im Schwarzwald in die katholische Pfarreiengemeinschaft in Dießen am Ammersee ging für die junge Familie auch ein privater Wunsch in Erfüllung. Denn in Dießen leben sie im Haus des Kunstmalers Rudolf Schöller (1905-1986), dem Großvater von Ronkovs Frau Annette.

Nach einem ausgefüllten ersten Arbeitsjahr hat sich Familie Ronkov nun erstmals einen Urlaub gegönnt. 10 Tage Italien. „Wir sind nach dem Patrozinium Mitte August weggefahren. Da wurde die Krönungsmesse von Mozart aufgeführt. Und am 31. August haben die Proben zu Haydns Schöpfung begonnen, die am 16. Oktober als großes Herbstkonzert mit Chor, Orchester und Solisten im Marienmünster aufgeführt wird,“ erzählt Ronkov. Darauf freut er sich ganz besonders.

Bereits am Sonntag, 2. Oktober (11.30 Uhr) lädt der ambitionierte Kirchenmusiker unter dem Motto „Orgel für Alle“ auf seine Orgelempore ein. „Ich spiele dann aus mehreren Epochen, vom Barock über die Romantik bis in die Moderne hinein und erkläre den Zuhörern wie unsere Orgel funktioniert.“

Die Münsterorgel, die im Jahr 1739 von Orgelbauer Caspar König erbaut wurde, liegt Ronkov sehr am Herzen. Deshalb wünscht er sich eine umfassende Sanierung des Instruments. Zur historischen Substanz, so Ronkov, gehöre insbesondere der Orgelprospekt. Nahezu das gesamte Innenleben sei in den 50er und 80er Jahren überarbeitet worden und hätte aktuell bereits wieder großen Sanierungsbedarf. „Natürlich müssen wir auch schauen, was wir von den Kosten her stemmen können“, räumt Ronkov ein. Und selbstverständlich müsse alles, was an historischer Orgel-Substanz noch vorhanden sei, erhalten bleiben.

Große Pläne hat Ronkov auch mit der Jugend: Nach den Herbstferien möchte er mit dem Aufbau eines neuen Kinderchores beginnen. Dabei hofft er auf die Unterstützung des neuen Pastoralreferenten Nikolaus Matosevic, der bald in das neue Pfarrhaus in Dettenschwang einziehen wird. Er wird sich vor allem um die Jugend kümmern. Ziel sei es, so Ronkov, in zirka zwei Jahren ein Musical aufzuführen.

Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker der Katholischen Pfarreiengemeinschaft bildet Ronkov im Rahmen eines Orgelförderprogramms des Bistums Augsburg Orgelschüler auf die Tätigkeit als nebenamtliche Organisten vor und engagiert sich so für den kirchenmusikalischen Nachwuchs.

Viel Freude macht ihm auch die Arbeit mit dem Münsterchor. „Es sind tolle Leute dabei“, schwärmt er. Derzeit gehören zum Chor rund 30 Stammsänger. Weitere Sänger kommen gezielt zu Projekten hinzu. „Bei der Schöpfung werden es zirka 50 Sänger sein“. Wer mitsingen möchte: Die Chorproben finden jeden Mittwoch, 19.45 Uhr, im Probenraum des Marienmünsters (2. Stock) statt. Dort steht auch der neue Konzertflügel, den die Kirchenverwaltung im Frühjahr erworben hat und der für Chor- und Orchesterproben genutzt wird. „Es ist ein Blüthner-Flügel aus dem Jahr 1916. Er ist komplett restauriert, sieht aus wie neu und hat einen wunderbaren Klang“.

Stephan Ronkov liebt seinen Beruf auch, weil er künstlerische und organisatorische Aufgaben vereint. „Eigentlich ist es so, dass man immer etwas tun könnte“, aber bei geschickter Zeiteinteilung bleibt dennoch Zeit für die Familie. Söhnchen Ferdinand ist gerade ein Jahr alt, und Adelheid, die dreijährige Tochter des Musikers, ist heuer in den Kindergarten gekommen.

Ursula Nagl

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