Senioren beklaut – Dieb im AWO-Seniorenheim Dießen

Ein 53-Jähriger aus Weilheim ist vom Amtsgericht Landsberg zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er von mehreren Bewohnern des AWO-Seniorenheims in Dießen Bargeld gestohlen hatte. Der Mann war in dem Heim als Putzkraft beschäftigt. Für seine Schuld sprachen lediglich Indizien. Diese reichten jedoch aus, das Gericht zu überzeugen.

Im Juni und Juli vergangenen Jahres waren in dem Seniorenheim mehrfach Bargeldbeträge verschwunden – insgesamt 330 Euro, die aus Geldbörsen entwendet wurden. Angehörige der Betroffenen informierten die Heimleiterin, die daraufhin die Dienstpläne der Beschäftigten überprüfte, um festzustellen, ob es jemanden gab, der zum Zeitpunkt der Diebstähle stets im Haus gewesen war. Bereits zu diesem Zeitpunkt fiel der Verdacht auf den 53-Jährigen, der im Rahmen seiner Reinigungstätigkeit Zugang zu allen Zimmern hatte und einer der wenigen war, die auf beiden Stockwerken des Hauses arbeiteten. In Absprache mit der Polizei wurde dem Dieb schließlich eine Falle gestellt. Die Heimleiterin deponierte im Geldbeutel einer Bewohnerin – mit deren Wissen – markierte Geldscheine, die sie zuvor fotokopiert hatte. Als einer der Scheine tatsächlich verschwand, benachrichtigte das Heim die Polizei. Zwei Beamte erwarteten den Verdächtigen auf dem Parkplatz und durchsuchten ihn, fanden jedoch nichts. Allerdings hatte der Mann zuvor mitbekommen, dass die Polizei im Anmarsch war. Und prompt tauchte der gesuchte 10-Euro-Schein im Putzwagen auf, den der Mann zuvor benutzt und dann in einer Abstellkammer verschlossen hatte. Obwohl es keine unmittelbaren Tatzeugen gebe, sei die Schuld des Mannes erwiesen, so die Folgerung der Staatsanwaltschaft, zumal es danach keine weiteren Diebstähle gegeben habe. Das sah auch Richterin Marion Grub so, obwohl die Verteidigung betonte, der „stehlende Rabe“ könne durchaus auch ein anderer Heimbewohner gewesen sein – dass in diese Richtung niemals ermittelt wurde, sei ein grobes Versäumnis. Der Angeklagte selbst beteuerte bis zum Schluss, mit den Diebstählen nichts zu tun zu haben. Die Strafrichterin hielt ihm vor, es sei „besonders dreist, hilflose, wehrlose alte Menschen zu beklauen“. Sie verhängte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 30 Euro.

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