Sensationeller Sieg

In einem spektakulären Spiel brachten die Riverkings Holzkirchen zu Fall. Am kommenden Wochenende spielen sie dann um Platz drei der Landesligen. Fotos: Krivec

Der HC Landsberg geht doch noch in die Verlängerung: Das 6:5 in einer begeisternden Partie gegen den ESC Holzkirchen war zwar um ein Tor zu knapp, um den Gegner sicher hinter sich zu lassen – die Holzkirchener strauchelten aber am Sonntag überraschend in ihrem letzten Spiel in Kempten (1:3). Damit spielen die Riverkings am kommenden Wochenende zweimal gegen Höchstadt Alligators um den dritten Platz der beiden Landesligen.

Ob man dann den vergangenen Freitag noch toppen kann, muss sich erst zeigen. Obwohl der angestrebte Sieg mit zwei Toren Unterschied nicht geschafft wurde, werden diesen Eishockey-Abend weder Fans noch Spieler so schnell vergessen. Mit 717 Zuschauern wurde wieder ein neuer Vereinsrekord aufgestellt und es dürfte keiner sein Kommen bereut haben. „Das war sensationell“, fand auch Kapitän Markus Haschka. „Diese Kulisse und diese Stimmung waren überragend.“ Auch das Spiel konnte sich sehen lassen. Bei den Riverkings mussten aus der Personalnot neben den Junioren auch zwei Jugendspieler auflaufen – und machten ihre Sache ausgezeichnet. Beide Mannschaften taten den Zuschauern den Gefallen und agierten von Beginn an offensiv und temporeich, die Mängel in der Defensive dürften die Trainer gefuchst haben – den Fans wars egal, die Laune war angesichts der spektakulären Begegnung von Beginn an blendend. Es wurde an diesem Abend auch allerhand geboten: Das 0:1 fiel, nachdem die Landsberger auf Abseits reklamierten und nicht mehr mitspielten, das 1:1 nagelte Markus Rohde in Unterzahl unter die Latte, das 1:2 legte HCL-Keeper Falkenberger den Gästen auf. Das war aber nur das erste Drittel, danach kam erst so richtig Schwung in die Partie. Der Mittelabschnitt sah zeitweise drückend überlegene Gastgeber, die sich Chance um Chance erspielten, auf die Nerven ihrer Fans aber wenig Rücksicht nahmen. Ausgleich, Führung, Ausgleich, Rückstand, Ausgleich und dazu vergebene Möglichkeiten zuhauf standen nach dem zweiten Drittel zu Buche. Als wäre es bis dahin langweilig gewesen, griffen dann auch noch die Schiedsrichter in die Partie ein. Vier Landsberger saßen zu Beginn des Schlussdrittels plötzlich auf der Strafbank, bei der Hälfte wusste niemand so genau, warum. Richtig Profit schlagen konnte Holzkirchen daraus nicht. In doppelter Überzahl ging man zwar noch mit 5:4 in Führung (46.), doch der HCL schaffte (immer noch in Unterzahl) den erneuten Ausgleich: Bastian Simmler düpierte wieder einmal Verteidiger und Torwart und schoss unter dem Jubel der Fans nur eine Minute später zum 5:5 ein. Dann zeigte Ex-EVL-Stürmer und HCL-Nachwuchstrainer Markus Rohde in seinem ersten Spiel für die Riverkings noch einmal, was eine Keule ist. Seinen Gewaltschuss aus spitzem Winkel bekam Veicht im Holzkirchener Tor noch an den Schoner, dann stellte sich die Scheibe auf und rollte zum 6:5 ins Gehäuse. Rohde krönte damit einen starken Auftritt – ginge es nach den Fans, die ihn mit Sprechchören feierten, war es nicht der letzte im HCL-Dress. Gelegenheit zu einem letzten Einsatz in dieser Saison wäre bereits am Wochenende. Denn die Sharks aus Kempten zeigten am Sonntag eine sportliche Einstellung: Für die Allgäuer ging es um nichts mehr, trotzdem schlugen sie mit einer engagierten Vorstellung Holzkirchen mit 3:1. Damit spielen die Riverkings um den dritten Platz der Landesligen gegen die Höchstadt Alligators. Für die Franken dürften die Meisterschaftsspiele lediglich ein besseres Aufwärmtraining sein – wichtig sind dort die Play-Offs, man will unbedingt wieder in die Bayernliga. Für die Riverkings dagegen ist das der krönende Abschluss einer überragenden Saison. „Als Aufsteiger so weit oben zu landen, ist phantastisch“, freut sich Markus Haschka, der jetzt allerdings gut zu tun hat. Nicht nur die Reise nach Höchstadt will organisiert sein, auch eine schlagkräftige Mannschaft muss man erst einmal zusammenbringen. „Es war für dieses Wochenende ja kein Spiel mehr geplant, viele Spieler wissen jetzt noch nicht, ob sie am Freitag frei bekommen“, so der Kapitän.

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