Bis in 40 Meter Tiefe

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Wo immer ein Brunnen gebaut wird (Archivfoto aus dem Staatsforst zwischen Hohenfurch und Denklingen), gelangt schweres Gerät spezieller Firmen zum Einsatz.

Denklingen – Nach den erfolgreichen Probebohrungen ist der Brunnenbau im Stubental für die Denklinger Räte jetzt beschlossene Sache. Einstimmig wurde im Gremium diese Maßnahme im Staatsforst befürwortet. Dabei geht es zur Fassung des Grundwassers 40 Meter in die Tiefe. Die Kosten belaufen sich auf 157.000 Euro.

Eine der beiden Messstellen, die sechseinhalb Kilometer außerhalb von Denklingen südlich der Straße von Dienhausen nach Osterzell liegt, wird mit einem „ziemlich großen Kaliber überbohrt“. So beschrieb es Dr. Bernhard Huber vom Ingenieurbüro HydroConsult aus Augsburg vor den Gemeinderäten. Je weiter es beim „Teleskopieren“ – so der Fachbegriff – in die Tiefe geht, desto geringer wird der Durchmesser der Edelstahlrohre.

Wie berichtet, wurden drei Probebohrungen vorgenommen. Eine erfolgte nahe des Dienhauser Weihers im Heutal und war weniger ergiebig. Zwei Probebohrungen gab es im Stubental mit einem Abstand von 600 Metern. Beide zeigten ein ausreichendes Vorkommen an Grundwasser in guter Qualität an. Die Eisenwerte seien ebenso wie die Nitratwerte gering, Mangan habe kaum nachgewiesen werden können, ergänzte Dr. Huber.

Bei den Probebohrungen ist eine Menge von 50 Liter je Sekunde ermittelt worden. Die Gemeinde Denklingen mit den privaten Haushalten und den Gewerbebetrieben benötigt tagsüber zirka 25 Liter je Sekunde, nachts ist der Bedarf geringer.

Die Bauphase soll sich von September bis zum Jahresende erstrecken. Wesentlicher Bestandteil ist ein Dauerpumpversuch, der über 336 Stunden geht. Dabei wird der Brunnen im Stubental ebenso genau beobachtet wie die Grundwassermessstelle einige hundert Meter weiter südlich. Das ist da, wo im Frühjahr die zweite Probebohrung stattfand.

Wie weit sich das Wasserschutzgebiet erstreckt, ist noch offen. Die innere Zone wird wie bei anderen Brunnen ungefähr 40 mal 40 Meter groß sein. Zur Ausdehnung der Schutzzone 2 und der äußeren Zone 3 konnte Dr. Bernhard Huber gegenüber des KREISBOTEN noch keine Angaben machen. Im Gemeinderat sagte er auf Anfrage von Anita Gropp, dass es weit nach Süden reichen werde und sich auch Richtung Norden erstrecke. Dort sind laut Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Windkraftanlagen möglich. Dr. Huber erklärte, das Fundament einer solchen Anlage dürfe durchaus in der äußeren Schutzzone stehen.

Die Suche nach einer Quelle und der Bau eines neuen Brunnens haben damit zu tun, dass bei der bestehenden Versorgung im Süden von Denklingen Interessenskonflikte wegen der ausgedehnten Wasserschutzzone aufgekommen sind. Das letzte von drei Gutachten hat ergeben, dass die äußere Schutzzone 3 sogar die Ortschaft Dienhausen einschließt. Dies hätte Auswirkungen auf Landwirtschaft, Gewerbe und private Hausbesitzer.

Freilich: Der Brunnenbau mit Nettokosten von 157.000 Euro ist im Vergleich zum Leitungsbau die kleinere Investition. Denn vom Stubental müssen entlang von Forstwegen und entlang der Straße zumindest 3,5 Kilometer bis Dienhausen, wenn nicht gar sechs Kilometer bis Denklingen Rohre verlegt werden. Außerdem ist noch die Frage zu diskutieren, ob langfristig der bisherige Hochbehälter bei Denklingen bestehen bleibt oder ein neuer an anderer Stelle errichtet wird.

Johannes Jais

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