Tag und Nacht alarmbereit

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Ob Betreuung von Verletzten und Angehörigen oder die Suche nach Vermissten mit der Rettungshundestaffel: All das sind Aufgaben, die Ehrenamtliche beim BRK-Kreisverband Landsberg in den Bereitschaften erfüllen.

Landkreis – Derzeit 1116 Ehrenamtliche engagieren sich für den BRK-Kreisverband Landsberg. Mit 222 Mitgliedern sind die Bereitschaften nach der Wasserwacht die größte Gemeinschaft. Neben Rettungshundestaffel, Kriseninterventionsteam und Helfer vor Ort bildet vor allem der Sanitätsdienst die „Keimzelle des Roten Kreuzes“, wie Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner erläutert.

Das Ruethenfest, das Kaltenberger Ritterturnier, Fußball-WM oder G7-Gipfel: Bei solchen Groß­ereignissen kommt der Sanitätsdienst zum Einsatz. Fachgerechte und reibungslose Erstversorgung im Verletzungs- oder Krankheitsfall sollen so gewährleistet werden. Aber nicht nur bei Großereignissen ist der Sanitätsdienst gefragt, auch im Katastrophenfall. Dafür stehen sogenannte Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) des Sanitätsdienstes zur Verfügung, die den Rettungsdienst mit ehrenamtlichen Einsatzkräften unterstützen.

Ein Team der Rettungshundestaffel

„Die Helfer arbeiten eng mit dem Rettungsdienst zusammen“, betont Lehner. Jeder Helfer, der sich in den Bereitschaften engagiert, muss zuvor in erster Hilfe ausgebildet werden. Zudem erhält er einen Grundkurs in Behandlung und Betreuung während seiner Sanitätsausbildung. Im Landkreis Landsberg gibt es zwei Bereitschaften: Bei der Landsberger Bereitschaft bringen sich momentan 181 Ehrenamtliche, bei der Dießener Bereitschaft 41 ein. Diese Organisationen gliedern sich wiederum in verschiedene Fachgruppen:

Rettungshundestaffel: In Landsberg gibt es die Rettungshundestaffel seit 2004. Mehr als 30 Teams haben seither die Rettungshundeprüfung abgelegt und damit ihre Einsatzreife erreicht. Die Hauptaufgabe im Landkreis besteht aus der Flächensuche. Seit einigen Jahren werden in Landsberg auch Personensuchhund-Teams – sogenannte Mantrailer – ausgebildet. Ein erstes einsatzfähiges Team konnte im vergangenen Jahr die Prüfung ablegen.

Kriseninterventionsdienst: Meist sind es belastende Einsätze für die Helfer, wenn das Kriseninterventionsteam zum Einsatz kommt. Die Ehrenamtlichen betreuen beispielsweise Menschen, die unter seelischem Schock stehen wie das nach Großschadens­ereignissen, schweren Unfällen oder Bränden der Fall ist. Den Opfern von Gewaltverbrechen nehmen sich die Ehrenamtlichen ebenso an wie Eltern nach einem plötzlichen Kindstod. Außerdem unterstützt der Kriseninterventionsdienst die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten. In Landsberg setzt sich das Team aus 22 Ehrenamtlichen zusammen, die Tag und Nacht alarmbereit sind.

Fachdienst Information und Kommunikation (IuK): Von der „rollenden Leitstelle“ aus koordiniert die Fachgruppe die Einsätze. So übernimmt sie die Kommunikation zwischen Einsatzkräften, Einsatzleiter und der Integrierten Leitstelle. Sie ist aber auch Bindeglied zu anderen Hilfsorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und THW.

Fachgruppe Technik und Sicherheit (T+S): Errichtung von Zelten, Ausleuchten am Einsatzort oder Wasserversorgung und fachliche Unterstützung bei der Entsorgung von Abwässern – das sind Aufgaben der Fachgruppe. Diese besteht in Landsberg aus acht Ehrenamtlichen.

Schnelle Einsatzgruppe (SEG): Betreuung, Behandlung, Transport – so lassen sich die Einsatzgruppen zusammenfassen. Evakuierungen, Versorgung mit Mahlzeiten, schnelle Unterstützung bei vielen Verletzten oder die Unterstützung der Rettungswagen gehört zu den Aufgaben der SEG.

Kreisauskunftsbüro: Unterstützt bei Personensuche in der Großschadenslage und ist Anlaufstelle für suchende Angehörige.

Helfer vor Ort: Die Helfer vor Ort kommen dort zum Einsatz, wo die Anfahrtszeit von Landsberg aus sehr lange dauert. So sind diese Helfer in Denklingen, Reichling und Dießen vertreten. Vom Absichern der Unfallstelle bis zu Durchführung lebensrettender Maßnahmen gehören für die ehrenamtlichen Helfer zu den Aufgaben, für die sie rund um die Uhr bereit sind.

Astrid Erhard

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