Kollektiv der Talente

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Das Studio Furio-Projekt Repeater RTPR II: In der Luft der Münchener Schauspieler Felix von Bredow, rechts der Landsberger Tänzer Dustin Klein, der am Staatsballett München engagiert ist.

Landsberg – Verschiedene Talente ergeben ein großartiges Ganzes: Das „Studio Furio“ erarbeitet sich seit 2012 Projekte im Künstlerkollektiv. Choreographie, Schauspiel, Musik und Text werden von den sieben Mitgliedern zusammen geschaffen: in der Reaktion aufeinander. Zwei ihrer bisher drei Projekte wurden in Landsberg uraufgeführt – unter anderem, da fünf der Mitglieder aus Landsberg und Umgebung stammen. Das Stadttheater und TILL gaben ihnen die Möglichkeit, mit ihrer ersten Produktion „Myopic Bounds“ das Publikum für sich zu begeistern.

„Wir alle hatten Lust, etwas gemeinsam zu schaffen, wobei jeder sein eigenes Ressort hat“, beschreibt der in München geborene Produzent der Gruppe Claudio Ricci das Schaffensprinzip. Die zweite Produktion, bereits ein abendfüllendes Programm, konnten die Landsberger im Februar 2014 genießen: Repeater RPTR, das Rhythmen des Lebens reflektiert, „in denen man wie im Loop zu stecken scheint“. Ein Spiel mit Wiederholung und Veränderung, das die sieben Künstler auch in ihrer dritten Produktion, Repeater RTPR II wieder aufgriffen: „Wir hatten nach einem halben Jahr gesehen, dass wir Lust hatten, weiter an dem Thema zu bleiben“, erzählt Ricci.

Die Musik wurde überarbeitet und auch die Interaktion zwischen Schauspiel und Tanz sowie die Dramaturgie wurden verändert. Repeater RTPR II konnte im Mai dieses Jahres im Pathos München uraufgeführt werden. Alle bisherigen Aufführungen des Ensembles waren restlos ausverkauft, das Publikum begeistert: Ohne Zweifel ein Erfolg. Einer der Gründer ist der Tänzer Dustin Klein aus Landsberg, der seit der Spielzeit 2008/2009 am Bayerischen Staatsballett München engagiert ist. Er ist für die Choreographie der Projekte verantwortlich. Klein und der Künstler und Musiker Simon Karlstetter, ebenfalls aus Landsberg, ergriffen die Initiative. Sie lernten den Landsberger Matthias Lohscheidt während dessen Studium an der LMU in München kennen – ein Lichtdesigner und Bühnenbildner war gefunden.

Für das Schauspiel fanden sich der Weilheimer Felix von Bredow und der Münchener Luis Lüps. Von Bredow wurde am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien ausgebildet, Luis Lüps lernte an der UdK Berlin. Internationalität bekam die Gruppe mit der Kostümbildnerin Louise Flanagan aus Birmingham und der Dramatikerin Anna Gschnitzer aus Wien. Claudio Ricci hat BWL studiert und konnte dank dieses Studiums auch die bürokratische Seite des Projektes übernehmen. Zusammen mit Karlstetter und Lohscheidt leitet er zudem das Magazin für Literatur und Fotografie „Der Greif“, das von der Lucie Foundation New York 2014 zum „Photography Magazine of the Year“ gekürt wurde.

„Es ist sehr schwer, sieben Menschen mit unterschiedlichen Tätigkeiten terminlich unter einen Hut zu bekommen“, sagt Ricci. Geschweige denn die zusätzlich engagierten Mitwirkenden: Bei den letzten beiden Produktionen standen jeweils 11 Künstler auf und hinter der Bühne, davon sechs Tänzer des Staatsballetts München. Inzwischen ist ein Verein gegründet und weitere Fördergelder sind beantragt. Ihr nächstes Projekt soll nicht mehr an einen Ort gebunden sein: Eine Tournee im Rahmen internationaler Tanz- und Theaterfestivals wäre dann zum Beispiel möglich. Hoffentlich auch mit einem Abstecher in Landsberg.

Susanne Greiner

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