"Crossfit auf dem Bauernhof"

Nur zu Besuch

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Caroline bewirtschaftet einen Betrieb mit 120 Tieren.

Apfeldorf – Dieser Kalender wird ganz bestimmt ein Knüller, da wird manchem Betrachter die Luft wegbleiben. Der Jungbauernkalender geht mit der Ausgabe 2017 in seine 12. Auflage, mit sechs sportlichen Mädchen in den Hauptrollen. In diesem Jahr fand das Shooting unter dem Motto „Crossfit auf dem Bauernhof“ beim Schwabbauer in Apfeldorf statt, einem biologischen Milchviehbetrieb mit langjähriger Tradition.

Wer kennt ihn nicht, den Jungbauernkalender der Bayerischen Jungbauernschaft. Vor über zehn Jahren ins Leben gerufen, erfreut er sich jedes Jahr größerer Beliebtheit. Die Models darin alles sympathische Mädels, die einen direkten Bezug zur Landwirtschaft und einem Bauernhof haben. Keine aufgespritzten Hungerhaken mit Knochengerüst, es sind sportliche ungezwungene Geschöpfe ländlicher Natur. So geben sie sich auch bei dem extra angesetzten Pressetermin beim Schwabbauer. Näher erklärt, der Schwabbauer ist der Hof der Familie Paul am Ortsrand von Apfeldorf. Geradezu ideal gelegen für das Foto-Shooting. Von wegen schnell mal in den Stall gehen und ein paar Bilder schießen, totale Fehlanzeige. Fünf Tage lang hat die ganze Aktion gedauert, bis die Fotografin zufrieden war.

Mit so viel Medienrummel hat Alexander Paul (22), der Juniorchef des Hofes wirklich nicht gerechnet. Gute 30 Personen an Fotografen und Kamerateams nahmen die Einladung gerne an, vor Ort der Fotografin Anja Koppitsch aus Klagenfurt über die Schulter zu sehen. Passiert ja schließlich nur einmal im Jahr, wenn die Fotos für den neuen Kalender aufgenommen werden. Und Alexander mittendrin im Getümmel, als Landjugendvorstand genießt er das Hausrecht in vollen Zügen.

Martin Baumgärtner, Landesvorsitzender der bayerischen Jungbauernschaft, stellt den Pressevertretern das Motto vor: „Crossfit auf dem Bauernhof.“ Trotz der fortschreitenden Modernisierung und der damit einhergehenden Automatisierung der Landwirtschaft gibt es viele Arbeiten, welche die Muskeln von Bauer oder Bäuerin stark beanspruchen. Da kann man sich den Gang zu Fitnessstudio locker ersparen. Die dort dazu angebotenen Ernährungszusätze sowieso. Zurück zur Natur und zu natürlichen Tätigkeiten.

Diese setzt auf dem Schwabbauer Hof die Fotografin Anja Koppitsch sehr durchdacht um. Kräfteraubende Tätigkeiten wie „Kälberiglu ausmisten“, „Melk­stand waschen“ oder das „Kneten des Teigs“ für das frische Bauernbrot wird fotografisch in Szene gesetzt. Anja geht noch einen Schritt weiter. Klimmzüge werden an der Stange des Frontladers ausgeführt, Hut ab. Hier zeigt Viktoria aus Schwab­münchen, dass sie neben der Stallarbeit in einem Turnverein aktiv ist. Lockere zehn Klimmzüge am Stück, dabei noch die Beine in Vorhalte. Na, Ihr Kameramänner, nehmt Euch mal ein Beispiel daran. Gut zu verstehen, dass Hof-Juniorchef Alexander Paul sie gerne auf den Händen trägt. Und wenn´s nur für ein Foto ist.

Jungbäuerinnen in Apfeldorf

Fast wär uns da einer durch die Lappen gegangen. Die Frage eines Fotografen, wer denn da der Herr im Janker neben Caroline ist, macht neugierig. Neugierig auf den Herrn, auf Caroline sowieso. Es ist Bürgermeister Georg Epple, der die blonde Allgäuerin in Beschlag genommen hat. Geschmack hat er, der Schorsch. Und in Erfahrung konnte er auch schon einiges über die gelernte Hotelkauffrau aus Oberstdorf bringen. Diese bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Milchviehbetrieb mit über 120 Tieren. Respekt! Wie denn die 33-Jährige zu dem Shooting gekommen ist, will der Schorsch auch noch wissen. „Jünger wirst Du sowieso nicht, wenn nicht jetzt wann dann“, fragte sie sich und gab ihre Bewerbung ab. Jetzt ist sie dabei. Es wird im Kalender nicht nur ihr auffallend blondes geflochtenes Zöpfchen zu sehen sein.

Nichts wird dem Zufall überlassen. Vor jeder Aufnahmenserie kommt Nadja Tschinker zum Einsatz. Die Visagistin ist immer mit Pinsel, Tupfer und Sprühflasche hautnah am Geschehen. Die Models selbst haben sich vorher gut eingeölt, Nadja verfeinert es mit ihrem Geheimspray. Es gibt Schweiß ohne viel zu schwitzen, es wird abgetupft, wo nicht gewollter Schweiß sich breit gemacht hat. Vom dezent nachgezogenen Lidstrich und weiteren Farbgebungen ganz zu schweigen.

150 Mädels hatten sich beworben, 50 kamen in die nähere Auswahl. Bei einem Vorstellungsgespräch in Wien und natürlich Probeaufnahmen wurden am Ende die sechs Kandidatinnen aus Bayern ausgewählt. „Es wurde vor allem auf Natürlichkeit und Individualität Wert gelegt, was dem Jungbauernkalender seinen Charme verleiht und die Grundlage für den Kalender ist“, erklärt ein sichtlich zufriedener Landesgeschäftsführer Andreas Ganal. So soll durch die Ausstrahlung und das Selbstbewusstsein der abgelichteten Kalendermädels ein positives Bild der heimischen Landwirtschaft vermittelt werden. Na, wie wär´s jetzt mit einem Urlaub auf dem Bauernhof?

Hans-Helmut Herold

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