Der erste Schritt ist getan

Grünes Licht für den Radweg

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Radfahrer, die von der Weilheimer Straße in Dießen kommend auf die Kreisstraße LL10 Richtung Raisting abbiegen, leben gefährlich. Der Radweg endet abrupt nach der Einmündung. Wenn Radler vom See kommen, müssen sie bereits vorher die stark befahrene Staatsstraße St2056 überqueren, ebenfalls ein gefährliches Manöver.

Dießen – Die Ideallösung ist wohl nicht realisierbar, nämlich ein straßenbegleitender Radweg entlang der Kreisstraße LL10/WM9 zwischen Dießen und Raisting. Die endgültige Trassenführung des nunmehr von beiden Gemeinden in Angriff genommenen Radweges wird auf jeden Fall ein Kompromiss zwischen den über Jahre diskutierten Varianten sein.

Beide Gemeinden sind sich einig, dass man unabhängig der unendlichen Geschichte „Radweg Birkenallee Dießen nach Fischen“ jetzt aktiv werden muss. „Uns geht es ausschließlich um die Sicherheit der Radfahrer auf der schmalen Kreisstraße zwischen Dießen und Raisting, wo die Sicht an vielen Stellen durch dichte Bäume und Büsche eingeschränkt ist“, so Raistings Bürgermeister Martin Höck.

Einstimmig beschloss sein Gemeinderat, beim Landratsamt Weilheim-Schongau die Planung einer Radwegverbindung nach Dießen zu beantragen. Der Dießener Marktgemeinderat wiederum zog jetzt einstimmig nach und wird beim Landratsamt Landsberg ebenfalls eine Trassenplanung beantragen.

Welche Kreisbehörde letztendlich die Aufgabe übernehmen wird, sei noch unklar, so Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch. Das längere Teilstück der Kreisstraße gehöre zum Landkreis Landsberg. Auch müsse abgewartet werden, ob hier ein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Schließlich würden die Verkaufs- bzw. Abtretungsverhandlungen mit gut einem Dutzend Grundstücksbesitzern die Entscheidung für die endgültige Trasse beeinflussen.

Im Vorfeld der Gemeinderatsentscheidungen hatten sich Ratsmitglieder beider Orte, Vertreter der beiden Landratsämter, des Bundes Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Ammersee getroffen und alle Möglichkeiten ausgelotet. Eine davon ist ein Radweg über das Dießener SOS-Kinderdorf und Umspannungswerk bis zur Eisenbahnbrücke. Ab hier würde der Radweg westlich der Kreisstraße bis nach Raisting führen. Möglich sei auch ein Radweg von Dießen aus westlich der Bahnlinie. Obwohl man hier mit einem etwa halben Kilometer Fauna-Flora-Habitat kollidiert, wollen die Naturschutzverbände keine Steine in den Weg legen, wie sie bei der Besprechung betonten.

Die einstimmigen Entscheidungen der beiden Gemeinderäte sieht Bürgermeister Kirsch als positive Willenskundgebung, nunmehr endlich aktiv zu werden und nicht mehr die Radwegeverbindung am Südufer des Ammersees abzuwarten. Dieser Radweg entlang der Birkenallee beschäftigt die Gemeinden Dießen, Raisting und Pähl schon seit den 80-er Jahren. Eine Lösung gelang bisher noch nicht aus grundsätzlichen naturschutzrechtlichen Bedenken, wegen der Probleme beim Erwerb der erforderlichen Grundstücke sowie der Aufsplitterung der Radweg-Befürworter in zwei Gruppen: In die Befürworter des idealen Weges entlang der Birkenallee und diejenigen, die den Weg aus Naturschutzgründen entlang der „Raistinger Schleife“ realisieren wollen.

Eine weitere Machbarkeitsstudie zu diesem unendlichen Thema wurde bereits vor zwei Jahren in Auftrag gegeben. Wie sie ausgefallen ist, werden die Bürgermeister Kirsch, Höck und Werner Grünbauer (Pähl) noch im November erfahren, wo sie zu einem Termin bei der Regierung von Oberbayern eingeladen wurden.

Dieter Roettig

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