Signale stehen auf Kunst

Die Malerin Annunciata Foresti vor ihrem Stellwerk in Dießen, das sie fortan der Kunst widmen möchte. Foto: Nagl

Wer in diesen Tagen zwischen Dießen und St. Alban einen Winterspaziergang am See genießt, trifft womöglich beim alten Stellwerk an der Seestraße auf die Dießener Künstlerin Annunciata Foresti. Die Malerin ist die neue Eigentümerin der kleinen Immobilie, in der bis Ende 2009 die Schrankenwärter der Ammersee-Bahn Dienst taten.

Schon seit Dezember 2009 werden die Weichen und Signale vom neuen elektrischen Stellwerk in Utting gestellt. Das 1937 erbaute Dienstgebäude wurde nicht mehr benötigt und die Deutsche Bahn schrieb es zum Verkauf aus. Künftig sollen die gut 45 Quadratmeter plus Keller der Kunst dienen. Vorher gibt es allerdings noch viel Grundlegendes zur Erhaltung des 1937 errichteten Dienstgebäudes zu tun, weiß die neue Eigentümerin: Neue Fenster sind nötig, Wärmedämmung ist natürlich ein Thema und auch Heizung und Dach müssen voraussichtlich überholt oder erneuert werden. Den baulichen Charakter des Stellwerks möchte Foresti nach Möglichkeit erhalten, hinsichtlich der zukünftigen Nutzung möchte sie sich allerdings noch nicht festlegen: „Sicher ist nur, hier stehen die Signale auf Kunst.“ Möglicherweise, so die Malerin, könne auch der Verein „KunstFormat e.V“ im Stellwerk ein Zuhause finden. Ziel des gemeinnützigen Vereins, der im Sommer 2010 gegründet wurde und dessen Vorsitzende Annunciata Foresti ist, ist die Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur. Bislang arbeitet der Verein projektbezogen und ohne eigenen Raum. Zu den bisherigen Projekten gehört unter anderem die 1. Kunstaktion in Dießen, die im Mai 2010 zugunsten von „Ärzte ohne Grenzen“ stattfand, oder die etablierte Produzentenausstellung „Das kleine Format“. „Allerdings ist die Nutzung durch den Verein nur eine denkbare Nutzungsvariante“, relativiert Annunciata Foresti. Eine Ateliernutzung ist für die Künstlerin, die schon länger einen Arbeitsraum in Dießen sucht, ebenso wichtig. „Aber im Moment“, sagt sie, „sehe ich nur die feuchten Wände und das undichte Dach“. Neuer Wegweiser Mehr über den Verein „KunstFormat“ und dessen aktuelles Projekt, eine druckfrische Broschüre mit dem Titel „Bildenden Künstler der Ammerseeregion“, wird am 11. Februar um 20 Uhr im Gasthof Unterbräu präsentiert. Auf 92 Seiten werden 40 bildende Künstler mit großformatigen Abbildungen ihrer Werke vorgestellt – ein neuer zeitgemäßer Wegweiser in die Ateliers der Region.

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