Snowdance 2016

Indie-Highlights aus aller Welt

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Die Macher des Filmfestivals von links nach rechts: Jürgen Farenholtz (Managing Director), Tom Bohn (Initiator und Festival-Leiter), Heiner Lauterbach (Festival Director)und Moritz Wetter vom Hauptsponsor Sky Deutschland.

Landsberg – Was Robert Redford für das amerikanische Sundance Filmfestival in Utah ist, das verkörpert Schauspieler Heiner Lauterbach für das Snowdance Independent Filmfestival in Landsberg: Als Festival-Direktor ist er der prominente Promoter für das dreitägige Cineasten-Meeting vom 29. bis 31. Januar 2016, das bereits in die dritte Runde geht.

Tom Bohn, Initiator und Festivalleiter, kommt ins Schwärmen, wenn er von der enormen Zahl von Bewerbungen aus dem In- und Ausland spricht, die ihre Filme in Landsberg präsentieren wollen: „In nur zwei Jahren haben wir uns einen weltweit hervorragenden Ruf in der Independent-Szene erarbeitet!“ Die meisten Einreichungen kamen übrigens aus den USA sowie aus Deutschland, darum auch der Untertitel „Los Angeles meets Landsberg“ auf den Plakaten.

Über die neue Zusammenarbeit mit den renommierten Festivals Slamdance in Utah/USA und dem Syndney Indie in Australien konnten interessante und auch für die Zukunft vielversprechende Kontakte geknüpft werden. Mit weiteren Festivals in Paris und London stehe man in Verhandlungen, so Bohn. Der bekannte Drehbuchautor und Regisseur (u. a. zahlreiche Tatort-Krimis) aus Dießen hat mit seinem Team in den letzten Monaten über 250 eingereichte Streifen gesichtet und eine Auswahl von 20 Filmen getroffen, die Ende Januar im Olympiakino, Stadttheater sowie erstmals im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee dem Publikum präsentiert werden.

Dabei handelt es sich ausschließlich um sog. Indie-Filme, die als Low-Budget-Pendant zu den millionenschweren Hollywood-Produktionen sowie ohne Beteiligung von Sendeanstalten oder staatlicher Filmförderung entstanden sind. Engagierte und unabhängige Filmemacher zeigen Lang- und Kurzfilme aller Genres von ­Thriller über Horror bis Comedy und Liebe, Dokumentarfilme und erstmals Music-Clips sowie Youtube-Bestseller. Allesamt nach höchst professionellen Maßstäben produzierte High-Class-Filme, worauf Tom Bohn bei der Auswahl großen Wert legte.

Denn die beim Landsberger Publikum am besten ankommenden Filme werden im Nachgang beim Hauptsponsor Sky im Fernsehen ausgestrahlt. Zur Snowdance-Eröffnung haben die Macher einen besonderen Dokumentarfilm ausgewählt: „No limits“ von Tim Hahne. Er zeigt in eindrucksvollen Bildern die „Auferstehung“ des italienischen Formel-1-Piloten Alex Zanardi, der bei einem Unfall 2001 beide Beine verlor und sich mit eisernem Willen und Training in die Rennszene zurückkämpfte und für BMW bei der Tourenwagen-Weltmeisterschaft teilnahm. Auch nach seiner Rennkarriere sorgte er für Schlagzeilen, als er 2012 bei den Paralympics in London zwei Goldmedaillen in der Disziplin Handbike gewann. Zwei bereits preisgekrönte US-Filme sind „They look like people“ von Perry Blackshear und „20 years of madness“ von Jeremy Royce.

Aus Deutschland kommt der Satire-Streifen „Der Kuckuck und der Esel“ von Andreas Arnstedt, der dafür bei den Hofer Filmtagen einen Förderpreis erhielt. Die chaotische Schulkomödie „Kartoffelsalat“ von Michael David Pate mit Youtube-Stars wie Torge Oelrich, Joyce Ilg und Dagi Bee dürfte vor allem beim jungen Landsberger Publikum bestens ankommen.

Welche prominenten Filmemacher und Schauspieler live in Landsberg dabei sein werden, ist noch ein Geheimnis. Fest steht nur Til Schweiger, der bei einer Podiumsdiskussion mitmachen wird. Bei einer ersten Vorstellung des kommenden Festivals betonte Managing Director Jürgen Farenholtz, dass ohne die Hilfe von Sponsoren wie Sky Deutschland oder der Paulaner-Brauerei eine Veranstaltung in diesem Umfang nicht möglich sei. Besonders freue ihn, dass in zunehmendem Maße Landsberger Firmen mitsponsern wie Horex oder Delo, aber auch viele kleinere Firmen und Geschäfte, die sog. City-Sponsoren.

Neu in diesem Jahr ist die App „Snowdance“, die jeder Filmfreund ab sofort für IOS und Android auf sein Handy runterladen kann. Der Inhalt wird laufend ergänzt, so dass der Nutzer kurz und kompakt immer auf dem aktuellen Stand ist. Moritz Wetter vom Hauptsponsor Sky Deutschland brachte seine Freude zum Ausdruck, dass sich der Einstieg bei Snowdance im letzten Jahr für beide Seiten so positiv entwickelt habe, dass man die Aktivitäten ausweiten wolle: „Wir werden unser Programm sehr gerne mit den Filmen von Snowdance bereichern, denn hier wurde eine hervorragende Auswahl getroffen.“ Außerdem habe man sich in Landsberg „verliebt“ und sei sehr optimistisch, dass dieses Filmfestival sehr bald zu den wichtigsten in Deutschland zählen wird.

Außer Konkurrenz wird Sky auf dem Festival als Deutschland-Premiere eine Serie präsentieren, die zu den teuersten Produktionen Europas zählt: „Versailles“, ein Historiendrama über den Sonnenkönig Ludwig XIV und seine Liebschaften. Gespielt vom Briten George Blagden, den man aus der kanadisch-irischen Serie „Vikings“ noch in bester Erinnerung hat.

Dieter Roettig

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