Stars in der Lechstadt

Drehscheibe für den unabhängigen Film

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Gute Stimmung herrschte auf der Pressekonferenz zum Snowdance Independent Filmfestival im Münchener „Valentin-Karl-Musäum“ bei Moritz Wetter (Programmdirektor Sky), den Initiatoren Heiner Lauterbach, Tom Bohn und Jürgen Farenholtz sowie Delo-Marketingdirektor Dr. Philip Gabriel (v. links).

München/Landsberg – Über mangelndes Medieninteresse können sich die Initiatoren des Snowdance Independent Filmfestivals nicht beklagen. Bei ihrer Pressekonferenz in Münchener „Valentin-Karlstadt-Musäum“ standen Heiner Lauterbach, Tom Bohn und Jürgen Farenholtz Journalisten von Presse, Funk, Fernsehen und Online-Medien Rede und Antwort. Warum man für das Meeting ausgerechnet das Turmstüberl im Isartor gewählt hatte, erfahren Sie im Bericht über den Filmpionier Karl Valentin auf der nebenstehenden Seite.

München mag neben Berlin Hauptstadt für das „große Kino“ sein. Aber für den Independent Film hat sich das 60 Kilometer entfernte Landsberg am Lech zur wichtigsten internationalen Drehscheibe für den unabhängig von Major-Studios, Fernseh­anstalten oder staatlichen Filmförderungen produzierten Film gemausert.

Für seine erst vierte Auflage wurde das Snowdance-Festival mit 418 Bewerbungen aus 49 Ländern geradezu überrannt, wie Festival-Director Heiner Lauterbach hocherfreut konstatierte. Als einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands ist es ihm eine Herzensangelegenheit, unabhängigen Filmemachern und ihren Werken eine populäre Abspielbasis zu bieten. Wie sein amerikanischer Kollege Robert Redford mit dem Sundance Filmfestival macht er sich stark für die Förderung des „anderen“ Films.

Sein Mitstreiter, Creative-Director Tom Bohn, unter anderem bekannt als Regisseur und Drehbuchautor von 16 spannenden Tatort-Folgen mit Ulrike Folkerts, Robert Atzorn oder Eva Mattes, sprach aus eigener Erfahrung nach seiner selbst finanzierten und mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneten schwarzen Komödie „Black Wedding“:

„Das Redakteurs-Fernsehen ist auf dem Rückzug und mit ihm die oft schon grotesk angehängte Filmförderung. Für Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler heißt das nichts anderes, als sich auf die eigene Stärke und die eigenen Ideen zu verlassen, sich kreativ neuen Filmkonzepten und neuen Finanzierungsideen zu stellen.“ Das Snowdance-Filmfestival habe es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese neuen Wege aufzuzeigen und Beispiele aufzuführen, wie man ohne die althergebrachte Fremdbestimmung gute Filme machen kann. Das ist übrigens Thema in der Podiumsdiskussion im Stadttheater am 4. Februar. Über die Frage „Wie finanziert man Independent?“ diskutieren bekannte Produzenten, Regisseure und Geschäftsführer wie Tini Tüllmann, Michael Souvignier, Markus Brandmair oder Ismail Sahin.

Götz Otto kommt

Stargast beim Kurzfilm-Abend in der Likka-Lounge: Schauspieler Götz Otto.

In den drei Festival-Lokalitäten Olympia-Filmtheater Landsberg, Cineplex Penzing und Stadttheater werden zwischen 28. Januar und 5. Februar 13 Featurefilme, 12 Dokumentarfilme, 17 Kurzfilme, neun Serien und vier Videoclips gezeigt, die eine Jury aus den Einreichungen ausgewählt hat. Beim Kurzfilm-Abend am 2. Februar in der Likka-Lounge wird Götz Otto Stargast sein. Der 1,98 Meter große Schauspieler wurde bekannt mit seiner Rolle als Handlanger des Bösewichts im James Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“. Sein Engagement für den Independent Film bewies Götz Otto mit einer Hauptrolle im Kultfilm „Iron Sky“. Viele weitere kreative Filmemacher und Schauspieler aus den ganzen Welt wollen persönlich in Landsberg dabei sein, sodass Hotelzimmer bereits Mangelware sind.

Filmleute und Publikum sind natürlich gespannt auf die Preisverleihung, die am letzten Sonntag (5. Februar) im Stadttheater stattfindet. Laut Snowdance-Managing-Director Jürgen Farenholtz gehen insgesamt 10.000 Euro an die Siegerfilme, gespendet unter anderem von den Hauptsponsoren SKY, Delo und Horex. Übrigens: Der Fernsehsender SKY gibt den Siegerfilmen nicht nur die Möglichkeit einer TV-Ausstrahlung, er präsentiert in Landsberg auch die neue Serie „Westworld“ mit Stars wie Anthony Hopkins oder Ed Harris. Nach der Vorführung läuft im Stadttheater eine angesagte Party im Westworld-Look. Am Sonntag-Vormittag geht’s gleich mit einer Folge der SKY-Serie „Fortitude“ weiter, die in der eisigen Kulisse der Arktis spielt, unter anderem mit Dennis Quaid in der Hauptrolle.

Wer die Festival-Initiatoren, Schauspieler, Filmemacher, Sponsoren oder Jury-Mitglieder kennen lernen möchte, der ist bei der Horex „Nacht der Filme­macher“ am 3. Februar im Stadttheater richtig (Kleidungsstil „Gehoben“ bzw. „Haute Couture“). Bei diesem glanzvollen Get-together können die Filmfans Stars wie Jury-Mitglied Axel Milberg (Tatort-Kommissar Borowski) nahekommen oder Fragen an Landsbergs Kulturamtsleiterin stellen.

Weitere Höhepunkte des Festivals sind Workshops, Coachings und Castings für Mimen und neue Talente. Durchgeführt unter anderem von Schauspielerin Beate Maes oder von Uwe Bünker, einem der erfolgreichsten Caster Deutschlands. Er besetzt Serien wie „Tatort“, „Mordkommission Istanbul“ oder „Spreewald-Krimi“. Fast ausgebucht ist schon das begehrte SpeedCasting von Thomas Bauer im Historischen Rathaus , wo im letzten Jahr „Club der Roten Bänder“-Star Luise Befort jungen Talenten Tipps gab.

Schweiger-Werkschau

Publikumsmagnet wird garantiert die Werkschau mit Til Schweiger sein, präsentiert von Snowdance und KREISBOTE. Der an den Kinokassen erfolgreichste deutsche Filmemacher, nach eigener Aussage „independent im Establishment“, kommt zum zweiten Mal nach Landsberg, nachdem er sich im letzten Jahr hier „pudelwohl“ gefühlt hat. Im Olympia-Filmtheater Landsberg und im Cineplex Penzing werden am ersten Festival-Wochenende nonstop 15 seiner besten Filme gezeigt, verbunden mit einer Autogrammstunde. Alle Details zu dieser einmaligen Werkschau erfahren Sie in der nächsten Ausgabe des KREISBOTEN.

Mit Papa in Landsberg

Bei der abschließenden Weißwurst-Brotzeit im Valentin-Musäum erhielt Heiner Lauterbach von den Journalisten viel Lob für seine Hauptrolle im ARD-Zweiteiler „Spuren der Rache“, der letzte Woche ausgestrahlt wurde. Besonders anerkannt wurde das Talent seiner Tochter Maya, die neben ihm in einer wichtigen Rolle brillierte. Zum Snowdance-Filmfestival will sie übrigens unbedingt mit Papa nach Landsberg kommen.

Dieter Roettig

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