"Nichts Halbes und nichts Ganzes"

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Im Sommer verbindet die Ammerseeschifffahrt das Ost- und das Westufer. Von Oktober bis April wäre eine Busanbindung wünschenswert.

Dießen – Dießen will eine Bedarfserhebung für eine Buslinie zwischen Dießen und Herrsching während der Winterpause der Ammerseeschifffahrt von Oktober bis April. Darauf einigte sich das Gremium am Montag mit einstimmigem Votum. Seit Anfang des Jahres wurden auf Antrag des Dießener Tourismusreferenten Edgar Maginot (CSU) mehrere Varianten einer möglichen Busanbindung mit dem ÖPNV-Beauftragten des Landratsamtes Landsberg, Dietmar Winkler, besprochen.

In einer ersten Planung, erklärte Bürgermeister Peter Fastl, der Herbert Kirsch vertrat, sei auch der Anschluss an die vorhandene RVO-Linie in Fischen durchgespielt worden. Allerdings habe sich herausgestellt, dass diese mit einem Umstieg verbundene Variante weniger attraktiv und damit nicht wirtschaftlich sei. Deshalb sei ein erster möglicher Fahrplan (Variante A) ohne Umstieg in Fischen und mit zwei Fahrtenpaaren am Vormittag (ab Dießen 9.10 Uhr, 11.10 Uhr; ab Herrsching 10 Uhr, 12 Uhr) und am Nachmittag (ab Dießen 14.10 Uhr, 16.10 Uhr; ab Herrsching 15 Uhr, 17 Uhr) mit Halt in Vorderfischen konzipiert worden. Im Angebot des RVO, der Konzessionsinhaber der Strecke Fischen/Herrsching ist, werden die Betriebskosten auf 410 Euro täglich veranschlagt. 

„Das ist für uns teuer“, betonte Fastl. Deshalb sei ein weiterer Fahrplan (Variante B) für eine einmalige „Frühbeförderung“ (Dießen ab 8.57 Uhr) mit „Mittagsrückfahrt“ (Herrsching ab 12.45 Uhr) ausgearbeitet worden. Die Kosten für diese Busverbindung würden 140 Euro pro Fahrtag betragen. Bei 20 Fahrtagen im Monat müsste mit 2 800 Euro gerechnet werden. Ein sechsmonatiger Probebetrieb würde die Gemeinde 16 800 kosten. Die Fahrpreise würden nach RVO-Tarif für eine Hin- und Rückfahrt bei 8,60 Euro (Kinder) beziehungsweise bei 4,30 Euro liegen. 

Tourismusreferent Maginot zeigte sich enttäuscht, dass der RVO auf so „hohem Niveau“ einsteige, und die Fahrzeiten seien „nichts Halbes und nichts Ganzes“. Unterschiedlicher Meinung waren die Räte in Bezug auf die Fahrzeiten: Während Michael Hofmann (BP) pendlertaugliche Angebote am frühen Morgen und am späten Nachmittag favorisierte, wünschten sich Antoinette Bagusat (Dießener Bürger) und Hannelore Baur (SPD) Fahrzeiten, die der nicht werktätigen Bevölkerung und Urlaubern entgegen kommen. „Mit den Zugverbindungen ab Dießen über Weilheim und Geltendorf nach München sind Pendler gut bedient“, betonte Bagusat. Während Baur erklärte, „wir haben viele Urlauber, eine Busverbindung zwischen Dießen und Herrsching wäre ein Stärkung der Fremdenverkehrsregion“, bedauerte Maginot, dass die Touristinformation Anfragen nach Verbindungen außerhalb der Schifffahrtszeiten nach Herrsching und zurück „fast täglich“ negativ beantworten müsse. 

Einer Bedarfserhebung, die ermitteln soll, wer wann nach Herrsching fahren möchte, stimmten auf Vorschlag Peter Fastls alle zu. Die Angebote der RVO und der Probebetrieb wurden aus Kostengründen abgelehnt.

Ursula Nagl

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