So sorgsam wie möglich bauen

Die Zeit drängt, denn im Juli läuft die dritte Veränderungssperre aus. Sollte bis dahin der Bebauungsplan „Mühlbach“ noch nicht rechts­kräftig sein, könnte im Geviert zwischen Bruder- und Hinterer Mühlgasse, Vorderanger und Mühlbach entstehen, was den Stadtoberen so gar nicht gefällt: eine für die Altstadt zu massive Bebauung. Um eben dies zu verhindern hat der Stadtrat am Mittwoch die erneute Auslegung des besagten Bebauungsplanes beschlossen.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die geplante Bebauung zwischen Johanniskirche und Mühlbach, direkt an der Bruder­gasse . Bereits im Februar 2005 war hierzu eine Voranfrage bei der Stadt eingegangen. Zwei Jahre später stimmte das Plenum einem inzwischen von Architekt Christoph Maas entwickelten Rahmenplan zu, be­- schloss die Aufstellung eines Bebauungsplanes und erließ eine Veränderungssperre, die dann zweimal verlängert wurde. Ein erweitertes und städtebau­lich geregeltes Baurecht für die teilweise sehr schmalen Grundstücke sollte der Bebauungsplan „Mühlbach“ sichern. Angestrebt wird unter anderem auch ein innere Durch­grünung der Hofbereiche. Die im zweiten Verfahrensschritt eingegangenen Stellungnahmen von Privat und der Denkmalpflege waren jetzt der Grund für die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfes. "Eiskeller" erhalten So füh­ren denkmalgeschützte Bauten, darunter auch ein einst als „Eis­keller“ genutztes langes Rückgebäude, zu Einschränkungen der Neuentwicklungen. Betroffen davon ist zunächst die Fortsetzung der von Architekt Wolf-Eckart Lüps realisierten Bebauung am Bäckertor. Maximal sieben Meter darf sie breit werden, um in dem anschließenden Hof „gesunde Verhältnisse“ zu gewährleisten. Bei der Gebäudehöhe waren die Räte geteilter Meinung, folgten letztlich aber dem Planungswunsch: drei Vollgeschosse plus Dachge­schoss. Ein Geschoss weniger Weiter im Norden indes ist eine Höhenentwicklung in dieser Form nicht erwünscht. Angestrebt ist hinter der Johanniskirche eine L-förmige Wohnbebauung mit drei Stockwerken plus Dachgeschoss. Die First­höhe von 13,5 Meter hielt die große Ratsmehrheit für nicht vertretbar. Dem „Allgemeininteresse Stadtbild“ etwa sprach Dr. Reinhard Steuer (UBV) oberste Priorität zu. Während Axel Flörke (LL Mitte) davor warnte, das Stadtbild zu zerstören, appellierte Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller, „so sparsam und sorgsam wie möglich“ einzugreifen. Gesagt, getan: Das Gebäude wird um ein Geschoss zurückgenom­men. Im Gegenzug darf das ursprünglich als Café und Laden geplante einstöckige Gebäude im Innenhof auch für Wohnzwecke genutzt werden. Für die erneute Auslegung des geänderten Bebauungsplanes „Mühlbach“ votierte das Plenum gegen eine Stimme.

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