Energetisch auf Vordermann gebracht

Defekte Holzsichtleiste, marode Zahnleiste und keine Dämmung: Die Dächer im SOS-Kinderdorf sind dringend sanierungsbedürftig, bei Haus 6 (Foto) ist das bereits geschehen, es erstrahlt wieder in neuem Glanz.

Dießen – Für die Kleinen war es eine spannende Abwechslung: Fast drei Wochen lang zierte ein großes Gerüst „ihr“ Haus im SOS-Kinderdorf, das Dach von Krippe und Kindergartengruppe wurde ab- und wieder neu gedeckt. Inzwischen sind Haus 4 und 6 für je rund 30000 Euro energetisch saniert – doch etliche weitere Häuser warten noch auf ein neues Dach, berichtet Dorfmeister Manfred Bauer.

Das Alter macht sich deutlich bemerkbar an den Gebäuden im SOS-Kinderdorf: Die Dachplatten sind bröselig, die Bleche verrostet, die Zahnleisten an der Firstseite des Dachabschlusses zum Teil verfault und die Holzsichtleisten unterhalb des Dachs an manchen Stellen verrottet. Vor allem aber war es zur Bauzeit der Häuser vor 50, bald 60 Jahren noch üblich, ein „Kaltdach“ zu bauen: Die Decke wurde lediglich mit einer Schicht Glaswolle versehen, von einem Energiewert kann so keine Rede sein, erklärt der Dorfmeister.

Um die Häuser nicht zu erhöhen und die Symmetrie der Gebäude nicht zu verändern, entschied man sich bei der nachträglichen Dämmung gegen eine Aufdach- und für eine „Berg-und-Tal-Isolierung“. Dabei wird eine atmungsaktive Dampfsperre (Klimamembran) zwischen Pfetten und Sparren gelegt und die Zwischenräume ausgedämmt. Darüber folgt eine Holzfaserplatte und der übliche Dachaufbau mit Lattung, Konterlattung und neuen Dachplatten.

Statt der Zahnleisten, die regelmäßiges Streichen erforderten, wurden Bleche montiert, die losen Firste in Trockenbauweise erneuert, die angegriffenen Regenrinnen ersetzt und Schneefanggitter montiert. Zimmerer und Spengler – beides örtliche Firmen – arbeiteten dabei zeitsparend Hand in Hand und abwechselnd an den beiden Häusern. Ein drittes Dach, das ebenfalls heuer noch saniert werden sollte, fiel der unvorhergesehenen Reparatur an einer Heizungsanlage zum Opfer.

Jetzt hofft Bauer, dass in den kommenden Jahren wieder mindestens zwei, wenn nicht drei Häuser saniert werden können. Schließlich stehen noch insgesamt elf Gebäude aus, die zur Freude der kleinen Bewohner, aber auch als Beitrag zum Klimaschutz ein neues Dach bekommen müssen.

Daniela Hollrotter

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