SOS-Kinderdorf weiht das "Haus Mosaik" ein

Das wohl „größte gerahmte Wandbild der Welt“ am neuen „Haus Mosaik“ zog die die Festgäste in ihren Bann. Foto: daho

Schon bei seiner Einweihung erlebte es alles, wofür es gebaut wurde: Bewegung, Kreativität, Musik, ein großes Fest und vor allem strahlende Kinder. Mit einem bunten Programm feierte das SOS-Kinderdorf im Beisein von Ministerpräsidentengattin Karin Seehofer und weiteren rund 140 Gästen seinen neuen Dorfmittelpunkt, das „Haus Mosaik“. Es sei kein Haus wie jedes andere, betonte SOS-Botschafterin und Schauspielerin Ursula Buschhorn, denn die Kinder durften es mit gestalten.

Weithin sichtbar ist diese Beteiligung durch das laut Architekt Wolf-Eckart Lüps wohl „größte gerahmte Wandbild der Welt“, ein 70 Quadratmeter großes Mosaik, das die Nordfassade des Gebäudes ziert. Die elfjährige Elisa lieferte mit ihrer Zeichnung der „Dorfkirche“ die Vorlage zu dem Kunstwerk. Ihr Beitrag zum Thema „Was wir lieben“ ist auch Teil eines von neun Kindern der SOS-Kunstwerkstatt gestalteten Mosaiks, das Ursula Buschhorn vor den begeisterten Gästen im Gang des Untergeschosses enthüllte. Den „warmen, schönen“ Saal mit einheitlichem Kiefernholzbaustoff an Boden, Wänden und Decke (Lüps) weihten die Kinder mit einem Musiktheater ein. Unter der Regie von Roger und Susanne Kretschmann tanzten, sangen und spielten sie den „Traumzauberbaum“ und heimsten dabei mit strahlenden Gesichtern großen Applaus ein. Den ins Pflaster eingelassenen „Irrgarten“ in der neuen, autofreien und mit wellenförmigen Steinen begrenzten Dorfmitte um das Haus, testete dagegen Ursula Buschhorn erstmals erfolgreich. Sie würdigte wie Bürgermeister und Schirmherr Herbert Kirsch die im SOS-Kinder­- dorf geleistete Arbeit zum Wohl der Kinder. Kirsch beglückwünschte zudem die Wahl des Architekten: „Er hat schon ein Kinderhaus gebaut – und es steht noch“, schmunzelte er. Kinderdorfleiter Erich Schöpflin betonte, beim Bau habe man im Spagat zwischen Gestaltungswillen und funktionalen Ansprüchen „Reibungswärme“ erfolgreich „als Energie für konstruktive Lösungen“ genutzt. Er war erleichtert, dass das Gebäude trotz Problemen durch ein Unwetter rechtzeitig fertig geworden war und bedankte sich bei den SOS-Kinderdorfmüttern für ihr Verständnis während der insge­samt dreijährigen Bauphase: Zwei Jahre lang war am Kanal, ein Jahr am neuen Haus gebaut worden. So wie ein Mosaik aus unterschiedlichen, großen und kleinen Steinen bestehe, stehe es auch mit den Begabungen der Kinder, die künftig im neuen Haus Mosaik gefördert werden, betonte Schöpflin. „Heute ist ein wahrer Freudentag für uns alle“, erklärte der Dorfleiter und würdigte Sponsoren und Spender, ohne die das Haus nicht möglich gewesen wäre. Außerdem lobte er die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle von SOS-Kinderdorf, unter anderem vertreten durch Geschäftsführer Dr. Kay Vorwerk. Den kirchlichen Segen erhielt das „Haus Mosaik“ wegen der Verhinderung des evangelischen Kollegen zwar „nicht öku­menisch, aber dafür ökonomisch“ von Pfarrer Manfred Mayr. Er wünschte dem Gebäude, dass es „viel Liebe“ erfährt, denn „alles, was man in Menschen hineinliebt ist nie umsonst“, meinte er unter dem Beifall der Gäste. Die bewunderten zudem die Ausstellung der Tonskulpturen aus dem diesjährigen Projekt der SOS-Kunstwerkstatt Zum Abschluss bot der Rotter Chor „Mosaix“ unter Leitung von Matthias und Alexandra Eideloth erstmals ein reines A-Cappella-Benefizkonzert, das die großen und kleinen Zuhörer begeistert aufnahmen. Dafür sorgte zum einen die ausgesprochen saubere Artikulation, eine perfekte Dynamik, schön ausgefeilte Arrangements und bestens ausgewählte Stücke. Zum anderen aber auch SOS-Bereichsleiter Christoph Rublack, der nicht nur als Bass-Solist, sondern auch als komö­- diantischer Schauspieler für viele Lacher und großen Applaus sorgte.

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