Lichtblick am Jesuitengarten

Die neue Geschäftsführerin des Sozialzentrums St. Martin: Juliane Hampe

Landsberg – Ein „Wechselbad der Gefühle“ habe das Sozialzentrum St. Martin in den letzten Wochen erlebt. Doch die Veränderung sei dringend notwendig gewesen, teilte die neue Geschäftsführerin Juliane Hampe bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch mit.

Nach der fristlosen Kündigung des ehemaligen Geschäftsführers Klaus Drössler stellten die Aufsichtsratsmitglieder des Sozialzentrums St. Martin ihre neue Spitze vor. Juliane Hampe ist bereits seit September 2012 in der Einrichtung als Pflegeleitung beschäftigt. Die gelernte Krankenschwester bringt außerdem ein Pflegemanagement-Studium mit. Nach der Kündigung Drösslers erklärte sich Juliane Hampe dazu bereit, die Geschäftsführung zu übernehmen.

Wegen eines „jährlichen Defizits in erheblicher Höhe“ ist die Einrichtung auf die Unterstützung von Vereinen angewiesen. In den letzten beiden Jahren waren das über 250000 Euro, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Manfred Rapp. Die tarifmäßigen Leistungen habe man nur mithilfe der Zuschüsse der drei Trägervereine (Vereine für ambulante Krankenpflege Landsberg und Schondorf sowie Evangelischer Diakonieverein Landsberg) erbringen kön­- nen. Im Jahr 2011 habe man außerdem kein Weihnachtsgeld zahlen können. Seither sucht der Aufsichtsrat, allen voran Markus Wasserle, nach Lösungen für diese Situation.

Im Zuge dessen arbeite man auch eng mit der Caritas Augsburg zusammen, die regelmäßig für eine betriebswirtschaftliche Beratung ins Haus kommt. Man strebe aber keinen Gewinn an; Ziel soll es lediglich sein auf die „schwarze Null“ zu kommen. Die Versorgung der Patienten sei aber von all den Umstrukturierungen nicht betroffen. Ex-Geschäftsführer Drössler habe bei dieser „Änderung der Geschäftspolitik“ nicht mitwirken wollen, so Rapp. Drössler lässt dies durch seinen Anwalt damit begründen, dass er „hiermit den wirtschaftlichen Erfolg des Sozialzentrums in den Vordergrund und den caritativen Gedanken in den Hintergrund“ gestellt sehe. Er sei mit den „vom neuen Aufsichtsrat geänderten strategischen Geschäftszielen nicht einverstanden.“

Wie es in Zukunft mit dem Sozialzentrum St. Martin weitergehen soll, darauf ging Aufsichtsrat Markus Wasserle ein: Man müsse eng mit dem neuen Seniorenheim am Heilig-Geist-Spital zusammenarbeiten, das 2016 fertiggestellt werden soll. Mit seinen 114 geplanten Betten könne dieses Pflegeheim vermehrt die stationäre Pflege übernehmen, wohingegen sich die Sozialstation St. Martin vermehrt der ambulanten Pflege annehmen und somit ihr„Kerngeschäft stärken“ könne. Der Fortbestand der Einrichtung sei aber gesichert, betont Wasserle.

Bald ein Umzug?

Ob das Sozialzentrum am der­zeitigen Standort in der Lechstraße bleiben wird, ist Markus Wasserle zufolge noch nicht ganz klar. Man müsse sehen, ob man dann noch ein solch großes Haus benötigen wird und ob nicht auch eine räumliche Nähe zum neuen Heilig-Geist-Spital im ehemaligen Jesuitengarten von Vorteil wäre. Wie die Umstrukturierungen also genau vonstatten gehen sollen, ist derzeit noch unklar. Der Aufsichtsrat ist sich jedoch einig, dass die Einrichtung St. Martin es wert ist, erhalten zu werden. Stadtpfarrer Michael Zeitler sieht den Umbruch trotz allem aber positiv: Damit gäbe es wieder einen Lichtblick für das Sozialzentrum.

Astrid Erhard

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