Sparen oder besser sitzen?

Die Dießener Marktgemeinderäte werden wohl auch nach der Renovierung des Sitzungssaals im Rathaus auf alter Bestuhlung und an alten Tischen sitzen. So zumindest scheint die mehrheitliche Auffassung der Ratsherren zu sein. Eine Ent- scheidung darüber, für rund 12000 Euro neues Mobiliar zu beschaffen, wurde jedenfalls vertagt. Der Grund: Die alten Möbel sind noch in einem guten Zustand und eine Neuanschaffung nicht zwingend notwendig. Darüber hinaus könne man mit Blick auf die angespannte Haushaltslage solch eine Maßnahme den Menschen nur schwer verdeutlichen, zumal gerade erst der Hebesatz der Gewerbesteuer aus Spargründen angehoben wurde, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch.

Auch für Dr. Wolfgang Salzmann (CSU) würde eine nicht nötige Neuanschaffung nicht in die Zeit passen: „Das ist nicht vermittelbar.“ Außerdem seien die Tische und Stühle in einem sehr guten Zustand und ein Stück weit auch Tradition, die einfach in den Saal gehörten und nicht in den Müll. Hannelore Baur (SPD) hingegen plädierte für eine Neuanschaffung. Dabei gehe es schließlich um bessere Arbeitsplätze, die zudem auch zur neuen Ausstattung des Saales unter anderem mit neuem Beleuchtungssystem passen sollten. Franz Kubat (Dießener Bürger) erinnerte an daran, dass mit der Aufstockung der Gemeinderäte die Kollegen an den Eckpunkten mehr oder weniger „dürftige Nischenplätze“ hätten. Er regte an, gerade an den Ecken anzustückeln. Für Johann Vetterl (FW) käme ein Umbau viel zu teuer. Vor allem auch mit Blick auf Kabelschächte, die in die alten Tische eingebaut werden müssten. Erich Schöpflin (SPD) ermahnte die Runde sich zu bescheiden: „Es geht um eine Signalwirkung. Immerhin haben wir erst den Hebesatz für die Gewerbesteuer von 300 auf 380 Prozentpunkte erhöht, weil Geld in der Haushaltskasse fehlt.“ Hannelore Baur betonte noch einmal, dass es um gute Bedingungen am Arbeitsplatz ginge: „Wenn es um die Schule geht, sind wir alle immer gleich mit dabei. Das ist auch gut so. Dennoch sollten wir hier auch mal auf unsere Situation schauen.“ Am Ende wurde der Beschluss über die Anschaffung neuer Möbel vertagt. Zudem schaut sich die Verwaltung die Stühle und Tische an, die der Gemeinde für rund 12000 Euro angeboten wurden. Mit dem Umbau des Sitzungssaals ist dagegen bereits begonnen worden. Laut Bürgermeister Kirsch werden die Arbeiten bis voraussichtlich Februar nächsten Jahres andauern. Der Gemeinderat und die Ausschüsse tagen daher im Konferenzzimmer der Carl-Orff-Volksschule.

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