Ab September mit Seil und Karabiner

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Mit dem harten Boden hatten die Honoratioren beim ersten Spatenstich für „Die Kletterei“ so ihre Schwierigkeiten. Von links: Manfred Nieß für die Marktgemeinde Kaufering, Helmut Hohenadl für den DAV Kaufering, Unternehmer Markus Wasserle mit Ehefrau Bianca und Sohn Benedikt, Georg Schapperle für den DAV Landsberg und Dr. Klaus Bühler.

Kaufering – Die Bagger standen schon bereit. Vor zahlreichen Ehrengästen aus Landsberg und Kaufering hat es am Samstag aber erst den obligatorischen Spatenstich für den Bau der Kletterhalle im Gewerbegebiet südlich des Bahnhofs gegeben. Kauferings neuer Anziehungspunkt mit einer 15 Meter hohen Außenkletterwand soll im September nächsten Jahres in der Viktor-Frankl-Straße zwischen Filmpalast und Druckerei Geiselberger entstehen. „Die Kletterei – Kletter- und Boulderparadies am Lech GmbH“ heißt die neue Firma.

Initiatoren dieses ehrgeizigen Projekts sind der Unternehmer Markus Wasserle und seine Ehefrau Bianca. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Gebäudereinigungsfirma hat, wie im KREISBOTEN berichtet, mit den Alpenvereinssektionen Landsberg und Kaufering die „idealen Partner“ für seine Idee gefunden. Diese waren seit geraumer Zeit auf der Suche sowohl nach einem geeigneten Grundstück als auch einem Investor gewesen. Die endgültige Freigabe erteilte Kauferings Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung mit der Zustimmung zum Grundstücksverkauf. Damit sind alle Hürden aus dem Weg geräumt. Auch die Baugenehmigung liegt vor.

Es war eine gelungene Startveranstaltung an diesem sonnigen Samstag. Im Foyer des benachbarten Kinos trafen sich mehr als hundert Gäste zu einem Sektempfang, dazu Klänge vom Kauferinger Musikverein. Im Kinosaal präsentierte dann Markus Wasserle seine Planungen der Öffentlichkeit.

Auf mehr als 1.600 Quadratmeter Gesamtkletterfläche entsteht so für die Seilkletterer eine 15 Meter hohe Halle und eine Boulderfläche für die Sportler, die ohne Seil unterwegs sind. Letztere Bereiche haben eine maximale Höhe von bis zu 4,50 Meter. Da Klettern eine „Trendsportart für die ganze Familie“ geworden ist, will Markus Wasserle auch einen großen Kinderbereich in die Boulderhalle integrieren. Dazu gibt es Trainings- und Unterrichtsräume und einen Gaststättenbetrieb. Bereits ab 6 Uhr sollen Pendler ihre belegten Semmeln oder einen Kaffee mit auf den Weg nach München oder Augsburg nehmen können. Auf jeden Fall, so schwebt Markus Wasserle vor, könnte die alpine Außenkletterwand das „neue Wahrzeichen der Marktgemeinde“ werden.

Hochzufrieden zeigte sich Helmut Hohenadl von der DAV-Sektion Kaufering. Auch sein Landsberger Kollege Georg Schappele sieht eine große Zukunft für das Projekt, das auf drei Säulen ruhen solle. Neben den allgemeinen Kursen wird es die betreute Kletterei geben. Darüber hinaus wolle man sich an Schulen wenden. Hohenadl sieht vor allem für die motorische Entwicklung bei Kindern die Kletterei als ideale Trainingsmöglichkeit. Das gelte aber für alle Altersgruppen. Auch über Inklusion mache man sich Gedanken.

Für Wasserle, der mit seiner Gebäudereinigungsfirma in Kaufering gestartet war, ist es die Rückkehr in seine alte Heimat. „Mein Ziel war es, wieder in den Landkreis zurück zu kehren“. Wegen der Verkehrsanbindung kamen für ihn nur zwei Standorte infrage: Geltendorf oder Kaufering. Markus Wasserle wird mit seiner Gebäudereinigungsfirma in das neue Gebäude ziehen. Im Obergeschoss des Mantelbaues entsteht nicht nur sein Verwaltungszentrum für seine beiden Firmen sondern auch der Wohnbereich für ihn und seine Familie.

Für die Bauleitung und den späteren Betrieb seiner neuen Firma hat sich der umtriebige Unternehmer einige bekannte Gesichter aus dem Landkreis ins Boot geholt. So wird sich Kauferings ehemaliger Bürgermeister Dr. Klaus Bühler um die bautechnischen Dinge kümmern. Für die juristische Seite soll Jonas Pioch verantwortlich zeichnen.

CO2-neutral

Die Hallenbereiche werden durch die Hohenfurcher Firma Riedle in Holzbauweise errichtet. Der Wohn- und Bürobereich soll in klassischer Bauweise errichtet werden. Erwin Rößle, der mit seiner Firma Deutsche Energie Consulting aus Marktoberdorf für die Gebäudetechnik verantwortlich zeichnet, betonte gegenüber unserer Zeitung, dass die Kletterbereiche CO2-neutral klimatisiert werden.

Als Vertreter der Marktgemeinde begrüßte stellvertretender Bürgermeister Manfred Nieß die Gäste. Beifall erhielt er für sein ausdrückliches Lob an Bianca Wasserle und deren unternehmerische Tätigkeit. Für Nieß ist es wichtig, dass Gebäude auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind und mindestens 20 bis 25 Jahre bestehen bleiben. Den kirchlichen Segen erteilte Diakon Albert Vögele aus Hurlach.

Siegfried Spörer

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