Spektakuläres in 15 Meter Höhe – neuer Lechsteg

Es bleibt dabei, was im städtischen Haushalt bereits eingeplant ist, soll im nächsten Jahr auch gebaut werden: die Gehwegbrücke über den Lech. Für den direkten Zugang von den südwestlichen Neubaugebieten in den Lechpark Pössinger Au hat sich der Stadtrat am vergangenen Mittwoch mit 15:9 ausgesprochen. Maximal 1,5 Millionen Euro darf der Brückenbau unterhalb der Staustufe 15 inklusive aller Nebenleistungen kosten.

Damit ist es allerdings noch nicht getan. Denn zu dem Baubudget gesellen sich weitere 130000 Euro für die Planung, die der Stadtrat an das Münchener Ingenieurbüro Trebte-Häusele vergab. Und für die Anbindung der neuen Gehwegbrücke an die Straße vom Englischen Garten zum Zehnerhof stehen zudem noch 100000 Euro zur Verfügung, die in einem eigenen Baubudget festgeschrieben sind. Darin nicht enthalten ist eine mögliche Direktverbindung zur B17/Schongauer Straße und darüber hinaus zum Neubaugebiet Oberen Wiesen. Die Finanzierung des Projektes ist gesichert, gab Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) vor. Erst kürzlich habe die Stadt bei Grundstücksverkäufen im Katharinenanger und in Obere Wiesen rund zwei Millionen Euro erzielt. Darüber hinaus sei es durchaus legitim, für so eine bedeutende „Investition in die Infrastruktur der Lechstadt“, den geplanten Schuldenabbau etwas zu reduzieren. Gleichwohl lehnten die neun Ratsmitglieder das Projekt in erster Linie mit Blick auf die Finanzierung ab. „In diesen Zeiten benötigen wir das Geld für Wichtigeres“, so der Tenor. Beim Ortstermin am Mittwoch kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass sowohl die Verwaltungsspitze als auch Planer Harald Trepte die etwa 80 Meter unterhalb der Staustufe liegende Variante favorisieren. Im Westen an der Hangkante stehend schwärmte Trepte gar von einem „spektakulären Erlebnis“, wenn der Erholungsuchende einst die Brücke betritt: freier Blick auf die Staustufe in Richtung Pitzling, auf die Flusslandschaft sowie die Silhouette Landsbergs. In der Mitte wird die auf zwei Stützen im Lech und Widerlagern an den Ufern ruhende Gehwegbrücke 15 Meter Höhe über der Wasseroberfläche aufweisen. Von West nach Ost wird es ein leichtes Gefälle geben, das auf der gut 70 Meter langen aufgeschütteten Rampe im Lechpark etwa 6,5 Prozent betragen soll. Das Brückenbauwerk oberstrom der Staustufe 15 hätte mindestens 1,9 Millionen Euro gekostet. In erster Linie aber spricht der hohe Aufwand für die Realisierung und die damit verbundenen Risiken gegen diese Variante. Beide Uferbereiche müssten um zwei Meter angehoben und der Weg auf der Ostseite auf vier Meter verbreitert werden. Widerlager und Pfähle für die Hängekonstruktion würden einen erheblichen Eingriff in den Damm erfor- dern, der laut Harald Trepte Anfang der 40er Jahre mit „nicht ausgesuchten Materialien“ aufgeschüttet worden sei. OB Lehmann sprach in diesem Zusammenhang gar von einem „gewissen Restrisiko“ für die Stadt. Als Herausforderung wird sich die Zufahrt zur Baustelle im Lechpark erweisen. Für die schweren, langen und breiten Fahrzeuge müsse man den Pössinger Weg an kritischen Stellen verbreitern, kündigte Trepte an, nach Fertigstellung der Brücke könne man dies teilweise zurückbauen. Im Westen soll die Baustellenzufahrt vom Englischen Garten aus erfolgen – was angesichts der beengten Verhältnisse in der Straße kein leichtes Unterfangen sein wird. Die das Projekt grundsätzlich ablehnenden Grünen im Stadtrat befürchten für die Zukunft zunehmenden Parksuchverkehr. Sie gehen davon aus, dass nicht wenige Erholungsuchende mit dem Auto in den Nahbereich der Brücke fahren, wo keine Parkplätze zur Verfügung stehen. Die werde es auch nicht geben, stellte OB Ingo Lehmann klar. Und: „Zehner- und Heideweg bleiben gesperrt, das werden wir scharf bejagen!“

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