Spitzer Weiher gibt Toten nicht frei

Badewetter herrschte nicht an diesem kühlen, verregneten Fronleichnamstag. Aus Gaudi entschloss sich Frank W. (31) trotzdem, im Spitzer Weiher schwimmen zu gehen. Von der Mitte des Gewässers aus winkte er seinen Freunden noch zu, dann war er verschwunden. Polizei, Feuerwehren und Wasserwacht fanden bis KREISBOTEN-Redaktionsschluss keine Spur von dem Vermissten.

Der junge Mann aus einem kleinen Ort bei Hof, der Bruder einer Kaltenbergerin, zeltete mit ein paar Spezln am Ufer des Spitzer Weihers. Laut Polizei stieg er gegen 20.45 Uhr ins etwa 15 Grad kalte Wasser, um einmal quer durch den Baggersee zu schwimmen. Etwa in der Mitte des Gewässers kam er auf einer Kiesbank zu stehen, winkte, ließ sich wieder ins Wasser gleiten und ging unter. Die Angehörigen schlugen Alarm, noch am Abend startete eine großangelegte Suche. Polizei, verschiedene Rettungsdienste und die Feuerwehren aus den umliegenden Ortsteilen suchten bis Mitternacht nach dem Verunglückten. 50 Freiwillige der Wasserwachten Landsberg, Kaufering, Schondorf und dem Landkreis Starnberg sowie Taucher der Münchener Berufsfeuerwehr durchschwammen das Gewässer – ohne Erfolg. „Die Sicht betrug selbst mit Tauchlampen nur 50 Zentimeter“, so Siegfried Dumbskyvon der Kreiswasserwacht. Am Freitag Vormittag kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Spitzer Weiher, doch auch er lieferte keine Anhaltspunkte, zu dicht ist der Grund des rund sechs Meter tiefen Weihers mit Algen bewachsen. In einem Boot der Wasserwacht Schondorf wurde ein Leichensuchhund über das Wasser gefahren. Er schlug an mehreren Stellen an, so dass sich die mögliche Fundstelle nur grob einkreisen ließ. Taucher der Wasserwacht suchten den Bereich in zwei Tauchgängen erneut gründlich ab – nichts. „Es ist dort unten wie ein Labyrinth im Maisfeld“, so Dumbsky. Am Freitag Nachmittag wurde der Einsatz vorerst abgebrochen. Die Suche soll weitergehen, wenn sich das aufgewühlte Gewässer beruhigt hat. Die Gemeinde hat ein striktes Badeverbot verhängt.

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