Kein Geld für Sanierung:

Turnhalle bald (teil)geschlossen?

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Über die nahe Zukunft der Turnhalle an der Lechstraße wird der Stadtrat heute Abend befinden.

Landsberg – Allmählich schlägt sich die Finanznot der Stadt Landsberg schmerzlich im Alltag nieder. Nachdem bereits zwei Museen teilweise geschlossen werden müssen, könnte jetzt die Turnhalle an der Lechstraße dran sein. Für den Sportbetrieb dort sieht es schlecht aus – das dürfte vor allem die Schüler des IKG und den TSV Landsberg hart treffen.

Bei einer Ortsbegehung am heutigen Mittwoch will sich der Stadtrat zunächst ein Bild vom Zustand des Gebäudes machen, um anschließend über dessen Zukunft zu entscheiden. Stadtbaumeisterin Annegret Michler listet in ihrer Beschlussvorlage schon einmal die Mängel auf, die die Verwaltung in der Lechturnhalle gefunden hat. Teilweise geht es dabei um eine altersbedingte Verschlechterung des Zustandes. Der Boden etwa habe sich „besser ge­- halten“ als befürchtet, sei aber teilweise gebrochen. Teile der Deckenverkleidung fehlten, weitere könnten herabfallen. Zudem sei in der Glaswolle im Obergeschoss Schimmel festgestellt worden.

Ein Teil der Liste bezieht sich auf die Grundkonstruktion der Turnhalle. Einige Beispiele: Die Fenster seien „nicht mehr zeitgemäß“, müssten energetisch saniert werden, Scheiben könnten brechen. An den Stirnseiten der Halle gibt es Marmorfensterbänke, die „abgesägt“ werden müssten, an den Längs­- seiten „vorstehende Teile“, die „zumindest mit Prallschutz versehen werden müssen“. An den Griffen der Trennwand zwischen den Hallen könne man hängen bleiben, „erhöhte Unfallgefahr“.

Dass Generationen von Schülern und Vereinsmitgliedern mit diesen Risiken scheinbar mehr oder weniger gut leben konnten, ist dabei für die Verwaltung offensichtlich nicht relevant: Unfallgefahren müssten „präventiv beseitigt werden“, heißt es in der Vorlage, „und nicht erst, wenn ein Unfall geschehen ist“. Die Stadt sei in der Haftung, da sie verantwortlich für die Verkehrssicherheit ist.

Das lässt die Prognosen für die Zukunft der Halle dann recht düster aussehen. Zwar ist im Beschlussvorschlag auch eine Variante eingefügt, bei der eine komplette Sanierung in Auftrag gegeben wird. Dazu müssten im Haushalt 2014 rund 230000 Euro Planungskosten berücksichtigt werden. Dass es dazu kommt, hält man in der Verwaltung selbst offenbar für unwahrscheinlich: Die Kämmerei habe festgestellt, dass bei einer Sanierung der Mittelschulen nicht auch noch die Halle finanziert werden könne, heißt es.

Damit bleiben zwei Möglichkeiten, die den Vereinen und Schulen beide nicht schmecken dürften: Entweder das Gebäude wird für den Sportbetrieb komplett gesperrt (nur noch das Obergeschoss bleibt offen) oder man beginnt mit einer Teilsanierung, vor allem der Decke. Das wird mit rund 300000 Euro veranschlagt. Die Halle könnte damit zwar künftig „alternativ“ genutzt werden – Sport wäre damit wegen der Unfallgefahr aber ebenfalls nicht mehr möglich. Somit droht ein erheblicher Engpass bei den Hallenzeiten für Schulen und auch Vereine. Bis jetzt sind die geteilte Turnhalle und das Obergeschoss an den Werktagen von 8 bis 17 Uhr zu 80 Prozent belegt, vor allem vom IKG und der Grundschule am Spitalplatz. Von 17 bis 21.30 Uhr ist das Gebäude sogar zu 100 Prozent ausgelastet, wobei der Löwenanteil auf den TSV Landsberg und die FT Jahn Landsberg entfällt. Mit einer Sperrung der Lechturnhalle würden auf einen Schlag 160 Übungseinheiten (je 45 Minuten) wegfallen.

Christoph Kruse

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