Ein Manager gegen Vandalismus

+
Erweiterung der Mittelschule: Jetzt steht die Nutzung des Außenbereichs als Spiel- und Erholungsfläche für Bewohner aus der Nachbarschaft wieder zur Diskussion.

Landsberg – Die umgebaute und erweiterte Mittelschule Landsberg sollte eigentlich immer schon mehr sein als eine Schule. Neben einer multifunktionalen Aula stand daher früh die Nutzung des Außenbereichs als Spiel- und Erholungsfläche für Bewohner aus der Nachbarschaft zur Diskussion. Der Stadtrat hatte diese bereits prämierte Außengestaltung aus Kostengründen aber gestrichen. Angesichts in Aussicht stehender Zuschüsse kehrte der Finanzausschuss jetzt zur alten Konzeption zurück. Allerdings mit Sorgen: Wie anfällig wird die Anlage für Vandalismus sein?

Die Mittelschule liegt im Geltungsbereich des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“, mit dem Bund und Länder auch das Ziel „offene Schule“ verfolgen. Konkret heißt es in dem Programm: „Die Schulen sind funktional, räumlich und gesellschaftlich intensiver mit dem Quartier zu verzahnen. Die schulischen Freiflächen sind für die Bewohner des Quartiers zu öffnen. Für eine intensivere Nutzung sind sie vielfältiger und attraktiver zu gestalten.“

Die Stadtverwaltung plädierte in der Sitzung des Finanzausschusses am vergangenen Mittwoch daher dafür, die Freiflächen für die Allgemeinheit zu öffnen. „Dadurch wird das Infrastrukturangebot im Quartier deutlich verbessert.“ Auch Gespräche mit der Regierung von Oberbayern hätten ergeben, dass die Öffnung des Schulgeländes außerhalb der Schulzeiten sehr begrüßt würde. Es werde jedoch empfohlen, gleichzeitig den Standard zu erhöhen. „So wäre insbesondere eine Umsetzung von Planungselementen wie die Ausbildung eines Allwetterplatzes statt der Spielwiese sowie der Einbau einer Boulderwand wünschenswert, wie im ursprünglichen Wettbewerbsbeitrag vorgesehen.“ Dann sei auch mit Zuschüssen zu rechnen, die die zu erwartenden Kosten in Höhe von 200.000 Euro auf 80.000 Euro reduzieren würden.

Abgesehen von Zweifeln von Notarzt Wolfgang Weisensee ob der Gefahr, die von Boulder-Wänden ausgehe, hätten sich letztlich alle Stadträte mit dem Vorschlag anfreunden können, wenn da nicht die Bedenken in Sachen „Vandalismus“ gewesen wären. Insbesondere Reinhard Steuer (UBV) war sich sicher: „Als Nächstes bauen wir einen Zaun dahin.“ Mehrere Stadträte sahen das ähnlich und erinnerten an schlechte Erfahrungen, die die Stadt bei Freiflächen gemacht habe, unter anderem auch an der Platanenschule, die inzwischen auch eingezäunt sei.

Allerdings brachte Stadtbaumeisterin Birgit Weber einen „Quartiersmanager“ ins Spiel, dessen Lohnkosten fünf Jahre lang ebenfalls bezuschusst würden. Ein solcher Manager ist offenbar bereits im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Pater-Rupert-Mayer-Platzes vorgesehen. Der Quartiersmanager solle regelmäßig nach dem Rechten sehen und Schäden melden.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit einer knappen Mehrheit dem Vorschlag unabhängig von der Einstellung eines solchen „Managers“ zu – in der Hoffnung, dass sich die Zerstörungen ebenso wie am Sportzentrum in Grenzen halten.

Werner Lauff

Meistgelesene Artikel

Vier Etagen und viel Licht

Landkreis – Es sei lediglich eine „graphische Umsetzung des Flächenbedarfs; kein Plan, keine Lösung“, betont Hochbauamtschef Christian Kusch mit …
Vier Etagen und viel Licht

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Ein Londoner Architekt formt den Lechsteg

Landsberg – Der aus Deutschland stammende Architekt Dirk Krolikowski vom Londoner Architekturbüro DKFS wird gemeinsam mit dem Münchener Ingenieurbüro …
Ein Londoner Architekt formt den Lechsteg

Kommentare