AST-Rettungsanker

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Für das AST gibt es wieder Hoffnung – Verwaltung und Fuhrunternehmer sitzen wieder an einem Tisch.

Landsberg – Noch ist das Anruf-Sammeltaxi (AST) in der Lechstadt nicht Geschichte: Verwaltung und Fuhrunternehmer loten derzeit in gemeinsamen Gesprächen aus, ob das Modell trotz der Kündigung des Vertrages durch die Taxler eine Zukunft hat.

Nachdem der Stadtrat im Juni mit 12:11 Stimmen eine höhere Vergütung für AST-Fahrten abgelehnt hatte, einigten sich die betroffenen Unternehmer, die Zusammenarbeit aufzukündigen. „Ich kann nicht beurteilen, ob sich da Alle auch über die gesamten Konsequenzen im Klaren waren“, sagte Ernst Müller vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung dazu. 

Jedenfalls seien jetzt „von Einigen Signale gekommen“, dass man doch noch einmal das Gespräch suchen wolle. Müllers Mitarbeiter Robert Götz hat den Taxiunternehmen jetzt den Vorschlag gemacht, aufzulisten, warum ihrer Darstellung nach das AST teurer sei als eine reguläre Fahrt. „Es geht darum, diese Kosten, beispielsweise eine Zentrale, die eingerichtet sein muss und zwei zusätzliche Taxen, darzustellen.“ Außerdem fielen die Preise offenbar auch durch eine (notwendige) Mischkalkulation höher aus. 

Klar ist aber auch, dass gegebenenfalls das Thema noch einmal politisch diskutiert werden muss. Es sehe nicht danach aus, dass die Fuhrunternehmer das AST zu den beschlossenen Konditionen weiterführten, sagt Müller. „Wenn wir aber an der Vergütung etwas ändern wollen, müssen wir natürlich in den Stadtrat, da wir an den Beschluss gebunden sind.“ 

Wenn es soweit kommt, wird Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) ziemlich sicher wieder für das AST stimmen. „Wir wollten es ja ausweiten, es wäre äußerst bedauerlich, wenn es stattdessen jetzt eingestellt würde“, sagt das Stadtoberhaupt. „Gerade die Anbin- dung der Ortsteile an den ÖPNV war mir persönlich ein wichtiges Ziel.“ 

Auch von der Initiative „Emissionsfreie Mobilität am Ammersee“ (Emma) und der Lands- berger Energie-Agentur (LENA) kam Rückendeckung für das AST. Emma-Sprecher Karl H. Mayer hielte es für „einen großen Rückschlag“, das Angebot jetzt abzuschaffen. LENA-Vize Jochen Müller appelliert „an Taxi-Unternehmer und Stadträte, sich zu einigen.“ OB Neuner hat sich für den Fall, dass auch in der nächsten Runde keine Einigung erzielt wird, vorsorglich schon Gedanken gemacht. „Falls die Kündigung tatsächlich bestehen bliebe, sollten wir uns auf jeden Fall überlegen, wie wir im kommenden Jahr neu starten können.“

Christoph Kruse

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